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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Intraduktal papillär muzinöse Neoplasien des Pankreas

Meeting Abstract

  • corresponding author D. Sülberg - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik der Ruhr-Universität Bochum
  • A.M. Chromik - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik der Ruhr-Universität Bochum
  • A. Tannapfel - BG Kliniken Bergmannsheil, Institut für Pathologie der Ruhr-Universität Bochum
  • M.H. Seelig - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik der Ruhr-Universität Bochum
  • W. Uhl - St. Josef-Hospital, Chirurgische Klinik der Ruhr-Universität Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7263

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch572.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Sülberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit der Erstbeschreibung des IPMN 1982 in Japan steigt die Zahl der diagnostizierten Fälle. Seit 1996 gibt es eine klare Definition des IPMN von der WHO zur Abgrenzung von anderen muzinös-zystischen Neoplasien. Da die IPMN ein primär benigner Tumor mit einem malignen Potential ist, wird ein Pathomechanismus ähnlich der Adenom-Karzinom-Sequenz bei kolorektalen Karzinomen angenommen.

Material und Methoden: Es wurden prospektiv alle Patienten mit Pankreasoperationen vom 01.01.2004 bis zum 30.06.2006 erfasst. Analysiert wurden Alter, Geschlecht, Op-Indikationen (benigne Tumoren, maligne Tumoren, chronische Pankreatitis, akute Pankreatitis und sonstige), Operationsverfahren (pyloruserhaltende Whipple-OP, klassischer Whipple, Pankreaslinksresektion, Pankreatektomie, Restpankreatektomie), histologischer Befund und Komplikationen (Major-, Minor- und sekundäre Komplikationen). Weiterhin wurde postoperativ die Lebensqualität sowie die Weiterbehandlung erfasst. Die statistische Analyse erfolgte mittels T-Test.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 400 Patienten am Pankreas operiert, davon hatten 14 Patienten (8 Männer, 6 Frauen) ein IPMN, wobei 5 maligne und 9 benigne Tumoren hatten. Die Geschlechtsverteilung bei den malignen IPMN zeigte einen deutlichen Überhang der Männer (80%). Bei den benignen Tumoren war das Verhältnis ausgeglichen (männlich 44,4%, weiblich 55,6%). Die Operationstechniken waren wie folgt verteilt: pp-Whipple 7 (50%), Pankreaslinksresektion 2 (14,3%), Pankreatektomie 3 (21,4%) und Restpankreatektomie 2 (14,3%). Insgesamt gab es postoperativ 6 Komplikationen, jeweils 2 Major-Komplikationen (Anastomoseninsuffizienz mit Arrosionsblutung, Nachblutung), 2 Minor-Komplikationen (postoperative Magen-/Darmatonie) und 2 sekundäre Komplikationen (Harnwegsinfekt). Der Altersdurchschnitt bei den malignen Tumoren liegt bei 71,8 Jahren, bei den benignen bei 65,4 Jahren. Keiner der 14 Patienten hat bis heute ein Rezidiv entwickelt. Insgesamt haben 5 von 9 Patienten, die zuvor noch keinen Diabetes mellitus hatten, einen pankreopriven Diabetes neu entwickelt. Alle Pat. sind mit der oralen Einnahme von Pankreasenzymen gut eingestellt und klagen nicht über Diarrhöen oder Fettstühle.

Schlussfolgerung: Die IPMN zeigt bei malignen Tumoren Unterschiede in der geschlechtsspezifischen Verteilung mit einer Häufung bei Männern. Die Pat. mit Karzinomen sind älter als die mit benignen Tumoren. Dies bestärkt die Annahme eines malignen Potentials der IPMN. Die Follow-Up-Daten ergeben gute Ergebnisse hinsichtlich der Rezidivrate.