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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Abdominelle Dermatolipektomie nach extremer Gewichtsabnahme beim Mann

Meeting Abstract

  • A. Assassi - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • corresponding author A. Gohritz - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • A. Steiert - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Aust - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • M. Spies - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7924

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch561.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Assassi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Straffung eines Haut-Fett-Überschusses am Bauch ist einer der häufigsten ästhetisch-plastischen Eingriffe und wird zu etwa 90 % bei Frauen durchgeführt. Eine spezielle und bisher wenig untersuchte Situation besteht bei Männern nach radikaler Gewichtsabnahme, hier gibt die Literatur Komplikationsraten von bis zu über 60% an.Ziel dieser Untersuchung war es, Indikationsstellung, operatives Vorgehen, Verlauf, Komplikationsrate und Ergebnisse der Haut-Fettschürzen-Resektion bei männlichen Patienten nach einer Gewichtsreduktion von mindestens 25 kg zu analysieren.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Daten-Analyse wurden Alter, Indikation, Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Hypertonie und Nikotin, Vor- und Nebenerkrankungen; Body-mass-index (BMI) und das Risikoprofil nach der ASA-Klassifikation, Verlauf, Revisionen, Zusatzeingriffe und Langzeitergebnisse dokumentiert.Ziel dieser Untersuchung war es, Indikationsstellung, operatives Vorgehen, Verlauf, Komplikationsrate und Ergebnisse der Haut-Fettschürzen-Resektion bei männlichen Patienten nach einer Gewichtsreduktion von mindestens 25 kg zu analysieren.

Ergebnisse: Insgesamt wurden innerhalb von 6 Jahren bei 24 Männern nach starker Gewichtsreduktion nach spezieller Vorbehandlung (u. a. präoperative Therapie von Hautinfekten, intraoperative Aufhängung der Fettschürze) eine abdominelle Dermatolipektomie durchgeführt, im Gegensatz zur normalen Abdominoplastik meist nur mit minimaler Unterminierung der Wundrandes. Das Durchschnittsalter lag bei 37 (16-64) Jahren. Der durchschnittliche BMI vor der Gewichtsabnahme lag bei 47 (Maximum: 70) und präoperativ bei 29 (Spanne: 21-42). Der Gewichtsverlust betrug durchschnittlich 54 kg und maximal 105 kg, bei 4 Patienten war eine bariatrische Voroperation (Magenband) bekannt. Bei der Entfernung des abdominellen Gewebeüberschusses wurde 6-mal zusätzlich eine Rektusdiastase und 2-mal eine Narbenhernie korrigiert. Das Resektat wog zwischen 0,8 und 18 kg (Mittel 4,8 kg). Die stationäre Behandlungszeit lag im Mittel bei 13 Tagen (Minimum: 6, Maximum 49 Tage). In 8 Fälle traten Komplikationen auf, 5-mal waren Revisionsoperationen (3 Hämatome, 2 Wundrandnekrosen) und 4 Nachkorrekturen notwendig.

Schlussfolgerung: Die Umstände einer Fettschürzenresektion nach radikaler Gewichtsabnahme unterscheidet sich vor allem bei Männern wesentlich von einer herkömmlichen Abdominoplastik. Durch eine konsequente Vorbehandlung und eine modifizierte Operationstechnik kann auch in Extremfällen ein guter Kompromiss zwischen Funktion, Ästhetik und Komplikationsrate erreicht werden.