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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

„Das Fette Netz“ – ein interdisziplinärer Ansatz zur Behandlung der malignen Adipositas

Meeting Abstract

  • A. Krause-Bergmann - Abteilung für Platische und Ästhetische Chirurgie der Fachklinik Hornheide, Münster, Deutschland
  • B. Stöckmann - Fachpraxis für Ernährungsstörungen, Rothenburg, Münster
  • P. Bamdad - Abteilung für Platische und Ästhetische Chirurgie der Fachklinik Hornheide, Münster, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7867

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch558.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Krause-Bergmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Krankhafte Fettleibigkeit, auch morbide Adipositas genannt, ist eine chronische, lebenslange, multifaktoriell bedingte, Erkrankung, die mit exzessiver Fettablagerung einhergeht und ein extremes Gesundheitsrisiko darstellt. Definitionsgemäß spricht man ab einem Körpermassindex (BMI) von ≥30 kg/m2 von Adipositas. Mit ihr verbunden sind medizinische, psychische, physische, sozialen und ökonomische Begleitumstände. Dazu kommen noch weitere einflussreiche Faktoren wie z.B. genetische Prädisposition, Fehlernährung und Bewegungsmangel, Essstörungen, endokrine Erkrankungen (Hypothyreose, Cushing-Syndrom), Umweltfaktoren und kultureller Hintergrund. Vergesellschaftet mit dieser Erkrankung sind in der Mehrzahl der Fälle Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Schlafapnoe und Gelenkerkrankungen. Ziele der Adipositastherapie (Hauner et al., 2000) bestehen in der:

  • Langfristige Körpergewichtsreduktion und Stabilisierung dieser
  • Verbesserung adipositas-assoziierter Risikofaktoren und Krankheiten• Reduktion von Arbeitsunfähigkeit und vorzeitiger Berentung
  • Steigerung der Lebensqualität

Ein interdisziplinärer Anasatz zur Behandlung dieser Erkrankung mit steigender Prävalenz (WHO-Einschätzung für das Jahr 2010: 150 Millionen adipöse Erwachsene entsprechend 20% der Bevölkerung und 15 Millionen adipöse Kinder und Jugendlicher entsprechend 15% der Bevölkerung) besteht in der Kooperation der verschiedenen Fachdisziplinen:

  • Visceralchirurgie
  • Innere Medizin
  • Psychologie
  • Fachärztliche Ernährungsberatung
  • Plastische Chirurgie

Material und Methoden: Regelmäßig konsultieren Patienten mit dem Problem einer malignen Adipositas die Sprechstunde von Plastischen Chirurgen mit der Vorstellung, durch eine Fettabsaugung oder eine Dermolipektomie könne ihr Problem gelöst werden. Diese Patienten haben in diesem Moment für sich den Entschluss gefasst, eine entscheidende Veränderung in ihrem Leben vorzunehmen. Zweifelsohne sind sie beim Plastischen Chirurgen zunächst an der falschen Adresse. Es gilt in solchen Situationen den Impetus der Patienten aufzugreifen und sie einer sinnvollen Behandlung zu zuführen.

Ergebnisse: Hierzu haben wir in Münster ein Netzwerk gegründet, das sowohl medizinisch kontrollierte Ernährungsberatungen, psychologische Betreuung, aber auch Viszeralchirurgen für Magenbandoperationen bzw. Magen-Bypass-Operationen und auch Plastische Chirurgen umfasst.

Schlussfolgerung: Im Hinblick auf die Komorbidität und Mortalität stellt die interdisziplinäre Behandlung der malignen Adipositas eine absolute medizinische Indikation dar. Nur durch eine enge Kooperation der verschiedenen Fachdisziplinen und den zuständigen Kostenträgern (Krankenkassen) ist eine adäquate und langfristige Therapie der krankhaften Fettleibigkeit gewährleistet.