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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Grundkonzeption für einen praktischen Kurs in der Chirurgie am Beispiel des TOP-Course (Transplantation Operative Procedures )

Meeting Abstract

  • corresponding author W.D. Schareck - Chirurg. Univ.-Klinik Rostock
  • J. Brockmann - Chirurg. Univ.-Klinik Münster
  • C. Zülke - Chirurg. Univ.-Klinik Regensburg
  • C. Graeb - Chirurg. Univ.- Klinik München-Großhadern
  • R. Obermaier - Chirurg. Univ.-Klinik Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6791

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch537.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Schareck et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Zur Qualitätssicherung und Aus- und Weiterbildung in der Transplantationschirurgie ist in Zusammenarbeit der Universitätskliniken Rostock, Münster, Regensburg, München und Freiburg ein fünftägiger Operationskurs etabliert worden.

Material und Methoden: Seit 1999 wurden in einem Tier-Operationszentrum bei Berlin in insgesamt 22 Kursen über 4½ Tage über 300 junge Transplantationschirurgen ausgebildet. Es wurden täglich parallel an 3 OP Tischen deutsche Landschweine mit einem KG von ~ 40kg operiert. Somit werden pro Kurs an insgesamt 15 Tieren in zunehmenden operativen Schritten die Freipräparation der parenchymatösen Organe trainiert sowie Anastomosen von Arterien, Venen, Gallenwegen, Darm und Blase in verschiedenen Standardtechniken geübt. Auf dieser Weise werden die schonende Organperfusion und Multiorganentnahme ebenso erlernt wie die anschliessende Nieren- und Lebertransplantation. Dabei ist neben einem Hauptsponsoring durch Industrieunterstützung eine optimale Ausstattung mit Naht- und Verbrauchsmaterialien, Gefäßprothesen, chirurgischen Instrumenten und der Hochfrequenztechnologie gewährleistet. Nach frühmorgendlicher Teambesprechung begeben sich 3 erfahrene Tutoren in „stand-by“ Position, um im Wesentlichen nur Empfehlungen zur prinzipiellen Technik zu geben. Eine aktive Hilfestellung erfolgt lediglich in kritischen Situationen, um einen vorzeitigen Verlust des Tieres zu verhindern. Am Ende des jeweiligen Kurstages erfolgt eine knappe Rekapitulation der erlernten Techniken sowie Fehleranalyse. An den Abenden wird der Teamgeist verstärkt durch sportliche Betätigung in Gruppen bzw. Diskussionsrunden.

Ergebnisse: Seit 1999 haben über 300 angehende Transplantationschirurgen (267 deutsche und 69 ausländische Kollegen) den TOP-Course absolviert. Die Struktur ermöglicht die unterschiedlichsten Ausbildungsgrade gleichermaßen zu berücksichtigen, innerhalb der 4 praktischen Tage Verbesserungen in Technik und Planung zu registrieren und Teamarbeit zu erlernen. Das Modell erlaubt sorgfältige Fehleranalysen zur Technik und perioperativem Management, sowie eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung . Bei der Evaluation am Ende des Kurses wurden durchweg gute bis sehr gute Bewertungen abgegeben. Die Ergebnisse der Evaluation werden vorgestellt.

Schlussfolgerung: Konzeption, didaktischer Aufbau und Struktur des Kurses haben sich bezüglich der individuellen Technikverbesserung, Motivation, internationalem Austausch zwischen Transplantationszentren und Teamarbeit bewährt und könnten Grundüberlegungen für vergleichbare Kurse in Bereichen wie der Viszeralchirurgie oder Gefäßchirurgie sein.