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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Hohe Selbsteinschätzung von Ausbildungsanfängern in der Chirurgie korreliert mit niedriger laparoskopischer Leistung am Simulator

Meeting Abstract

  • K. Maschuw - Klinik für Visceral-,Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg
  • P. Weyers - Institut für Psychologie I, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • B. Gerdes - Klinik für Visceral-,Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg
  • M. Rothmund - Klinik für Visceral-,Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg
  • corresponding author I. Hassan - Klinik für Visceral-,Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7461

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch536.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Maschuw et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In vielen Berufen mit vergleichbarer Belastung werden sogenannte nicht technische Fähigkeiten bei Ausbildungsanfängern im Vorfeld geprüft und im Rahmen der Ausbildung trainiert. Die Selbsteinschätzung als nicht technischer Aspekt beeinflusst die Wahrnehmung von Stress und Anspannung und hat Auswirkungen auf Motivation, Ausdauer, Ehrgeiz und Eifer angesichts herausfordernder Aufgaben. Das Ziel dieser Studie war es zu überprüfen ob, die Unterschiede in der Selbsteinschätzung von Chirurgen sich auch in unterschiedlichen Fähigkeiten am Laparoskopie Simulator (LapSim®) zeigen.

Material und Methoden: Im Rahmen des 123. Kongress der DGCH (Berlin 2006) wurden 38 Ärzte in Weiterbildung für Chirurgie (16 Anfänger ohne laparoskopische Vorerfahrung, 22 Fortgeschrittene mit laparoskopischer Vorerfahrung 15-300 laparoskopische Operationen, die an Kursen des Trainigslabors teilnahmen), rekrutiert. Alle Studienteilnehmer füllten den GSE Fragebogen (GSE- General Self- Efficacy Scale) aus, welcher den Erfolg oder Misserfolg bei der Bewältigung herausfordernder alltagspraktischer Aufgaben in akademischen Berufen vorhersagen soll (Schwarzer R. et al 1995). Die Einschätzung laparoskopischer Fertigkeiten erfolgte mit dem LapSim®. Alle Studienteilnehmer führten einen Trainingkurs am Lapsim® durch. Neben der Zeit wurden Präzisions-und Fehlerscores bestimmt. Nach einer deskriptiven Analyse der Datensätze (SPSS, Version 12.0) wurden die kalkulierten laparoskopischen Fertigkeiten mit dem zuvor ermittelten GSE- Score (minimal 10 Punkte- maximal 40 Punkte) durch eine Bravis- Pearson Korrelationsanalyse verglichen.

Ergebnisse: Der GSE-Score betrug bei den Anfängern 28 und bei den Fortgeschrittenen 29,3 (p=0,286). Bei den Anfängern korrelierte der GSE-Score negativ mit der laparoskopischen Leistung [Instrumentenausschlag (p= 0.022), Fehlerscore (p=0.030)]. Teilnehmer mit hoher Selbsteinschätzung hatten schlechtes Ergebnis am LapSim®. Die Ergebnise der Fortgeschrittenen Teilnehmer zeigten keine Übereinstimmung des GSE-Scores mit virtueller laparoskopischer Leistung.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie weisen darauf hin, dass die Selbsteinschätzung von Anfängern in der laparoskopischen Chirurgie nicht mit deren laparoskopischen Fertigkeiten am Simulator übereinstimmen. Da die vom GSE-Fragebogen erfasste Selbsteinschätzung als habituelles psychisches Merkmal Personen charakterisiert, ist ein Einsatz in der Eignungsauswahl von Ärzten, die laparoskopisch tätig werden wollen, möglich.