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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Korreliert exogener Stress mit der intraoperativen Fehlerrate des laparoskopischen Chirurgen? Ein Modell am LapSim®-Virtual reality Simulator

Meeting Abstract

  • M. Schütz - Klinik für Anästhesiologie, Simulationszentrum, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • corresponding author I. Gockel - Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • P. Hakman - Klinik für Allgemein- und Abdominalchirurgie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • J. Beardi - Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • A. Haselbacher - Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • M.E. Beutel - Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • S. Moenk - Klinik für Anästhesiologie, Simulationszentrum, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland
  • W. Heinrichs - Klinik für Anästhesiologie, Simulationszentrum, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7564

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch535.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Schütz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Über den perioperativen Stress des Chirurgen bei laparoskopischen Eingriffen während kritischer intraoperativer Situationen ist nur wenig bekannt. Ziel unserer Studie war die objektive Messung von Stress des Operateurs anhand eines laparoskopischen Simulationsmodells.

Material und Methoden: Das operative Setting umfasste eine laparoskopische Cholezystektomie am virtuellen LapSim®-Simulator (Fa. Surgical Science) in Zusammenhang mit dem Patientensimulator der Fa. METI. Während des simulierten Eingriffs wurde der Operateur zu definierten Zeitpunkten verschiedenen Stressoren ausgesetzt. Stress wurde neben der über EKG-Elektroden abgeleiteten Herzfrequenz des Chirurgen über einen Sympathikographen zur Messung des Sympathikustonus über die monosynaptisch innervierten ekkrinen Schweissdrüsen mittels Hautwiderstandsveränderung aufgezeichnet.Gleichzeitig dokumentierte der Simulator den Blutverlust und den Gewebeschaden des Patienten, die Koordination sowie die Bewegungsausmaße des Operateurs und verschiedene Fehler-Parameter, wie z.B. falsch gesetzte Clips.

Ergebnisse: 18 Probanden (n=10 unerfahrene und n=8 erfahrene laparoskopische Operatuere) wurden exogenen Stressoren ausgesetzt und mit einem Kontrollkollektiv von 10 Chirurgen mit „optimalen“ Operationsbedingungen verglichen. Der Sympathikustonus während der Operation korrelierte signifikant mit dem Gewebeschaden, falsch gesetzten Clips und dem Blutverlust (p<0,05), während sich kein Zusammenhang mit der Operationszeit, der laparoskopischen Erfahrung und den Bewegungsausmaßen des Operateurs fand.

Schlussfolgerung: Exogene Stressoren führen bei der laparoskopischen Simulation zu einer signifikant erhöhten Fehlerrate mit potentiellen Komplikationen für den Patienten. Die Entwicklung entsprechender Coping-Strategien und Algorithmen am Simulationsmodell mit Transfer in den „reellen“ Operationssaal ist essentiell, um optimale Ergebnisse in der laparoskopischen Chirurgie zu erzielen.