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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Stellenwert von OP-Simulatoren für die Erlernung von konventionellen viszeralchirurgischen Operationstechniken

Meeting Abstract

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  • corresponding author J. Gröne - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • J.C. Lauscher - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • H.J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • J.-P. Ritz - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin, Charité - Universitätsmedizin Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6878

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch527.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Gröne et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Wandel zur Dienstleistungsmedizin geht insbesondere in chirurgischen Fächern zu Lasten einer umfangreichen operativen Ausbildung junger Chirurg(inn)en. Es besteht daher ein dringender Bedarf, den lernenden Chirurgen bereits außerhalb des OP-Saals durch adäquates Training auf den operativen Eingriff vorzubereiten und somit die Lernkurve zu verkürzen. Während virtuelle Trainer die Simulation laparoskopischer Operationen bereits heute realitätsnah aber konstenintensiv ermöglichen, ist die Simulation von konventionellen viszeralchirurgischen Eingriffen noch nicht ausgereift. Ziel der Arbeit war die Evaluierung eines multifunktionellen OP-Trainers für die realitätsnahe viszeralchirurgische Ausbildung.

Material und Methoden: In die Studie aufgenommen wurden die Teilnehmer eines einwöchigen visceralchirurgischen Operationskurses. Während des Kurses erfolgten konventionelle (4 Tage) und laparoskopische (3 Tage) Übungen an Darmpräparaten unter direkter Anleitung eines Tutors. Der Berliner OP-Trainer (BOPT) wurde im Rahmen der konventionellen Übungen (Ileotransversostomie, Hepatico-Jejunostomie, Pankreatico-Jejunostomie, Ösophago-Jejunostomie, Gastroenterostomie, Rektumresektion) wechselnd bei 48 Kursteilnehmern mit fortgeschrittener visceralchirurgischer Erfahrung eingesetzt und für mindestens eine Übungseinheit (max 4 h) verwendet. Die übrigen Kursteilnehmer praktizierten ihre Übungen ohne BOPT an konventionellen Übungsmodulen (Styroporplatten, sitzende Position). Demographische Daten, objektive Parameter (Dauer der Übung, Stellung zum „Situs“) und subjektive Einschätzung der Vor- und Nachteile durch Kursteilnehmer wurden anonymisiert erfasst.

Ergebnisse: An vier Kurstagen wurde der BOPT für sechs Übungen bei insgesamt 48 von 108 Kursteilnehmern (44%) eingesetzt (m=26, w=22). Es handelte sich dabei größtenteils um chirurgisch erfahrenere Kursteilnehmer (73% FA für Chirurgie; durchschnittlicher Berufserfahrung: 5,4 Jahre) mit einem Durchschnittsalter von 37 Jahren. 21 Probanden kamen aus einem Krankenhaus der Grundversorgung, 20 aus einem Haus der Schwerpunkt- und sieben aus einem Haus der Maximalversogung.Jeder vierte Teilnehmer aus Kliniken der Grundversorgung hat Zugang zu OP-Trainern (24%), wohingegen nur 11% der Teilnehmer aus Häuser der Schwerpunkt- und Maximalversorgung auf Trainingsmöglichkeiten außerhalb des OP zugreifen können. Die Handhabung des BOPT wurde durchschnittlich mit der Note gut bewertet (2,4; Range 2-5). Die durchschnittliche Dauer der Übungen mittels BOPT war verlängert (n.s.), jedoch konnten 93% aller Probanden über 50% der Übungen in der vorgegebenen Zeit abschließen. Mehr als 80% der Probanden bewerteten den OP-Trainer als realitätsnäher, anspruchsvoller und effektiver für den Lernprozess im Vergleich zu den Standardmodulen (insb. Position des Operateurs). 83% der Testpersonen (40/48) könnten sich den Einsatz eines OP-Trainers als ergänzendes Ausbildungsmodul in ihrer Klinik vorstellen.

Schlussfolgerung: Der Einsatz von OP-Trainern für konventionelle viszeralchirurgische OP-Techniken ist praktikabel und sinnvoll. Das Konzept des BOPT ermöglicht die Durchführung aller gängigen konventionellen viszeralchirurgischen OP-Techniken in einem Modul. Durch Simulation der Abdominalhöhle und die Körperstellung zum „Situs“ wird eine realitätsnahe und im Vergleich zu anderen Modellen anspruchsvollere Situation geschaffen. Dies erleichtert den Transfer der gelernten Techniken in den OP-Saal und steigert auch bei erfahrenen Kollegen die Motivation zum Training.

Abbildung 1 [Abb. 1]