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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Fast-track-Rehabilitation bei Sigmadivertikulitis (Hinchey I und II): ein Vergleich zwischen laparoskopischer und klassischer OP-Technik

Meeting Abstract

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  • N. Dogan - Evangelisches Krankenhaus Lutherhaus, Essen, Deutschland
  • M.R. Langenbach - Lehrstuhl für Chirurgie II, Universität Witten-Herdecke, Campus Wuppertal, Deutschland
  • corresponding author J. Schmidt - Evangelisches Krankenhaus Lutherhaus, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6797

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch423.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Dogan et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die fast-track Rehabilitation kommt zunehmend für konventionelle wie auch laparoskopische Eingriffe in der Viszeralchirurgie zum Einsatz. Im Rahmen einer prospektiven Erfassung sollte geklärt werden, ob sich das Verfahren in der unkomplizierten Divertikulitischirurgie routinemäßig umsetzen lässt und ob es Unterschiede zwischen konventioneller und laparoskopischer Technik gibt.

Material und Methoden: Es wurden 125 Patienten eingeschlossen. 41 Patienten wurden klassisch (Gruppe A), 84 laparoskopisch (Gruppe B) operiert. Zusätzlich konnten Daten einer historischen Vergleichsgruppe ausgewertet werden, die bis zum Beginn der Studie ohne fast-track therapiert wurden (n = 75). Weiterhin wurde geprüft, ob das Lebensalter eine Einschränkung für die Anwendung des fast-track Konzeptes darstellt.

Ergebnisse: Erbrechen trat postoperativ in Gruppe A signifikant häufiger auf (41,5 / 4,8 %). Ebenso verhielt sich die Notwendigkeit der Reinsertion einer Magensonde (26,8 / 4,8 %). In Gruppe B konnten signifikant weniger Komplikationen beobachtet werden (chirurgisch 4,8 / 14,6 % und allgemein 9,5 / 17,1 %). Die Rate der Anastomoseninsuffizienzen war vergleichbar (2,4 %). Verglich man Gruppe A gegen die klassisch operierten Patienten der historischen Vergleichsgruppe, reduzierte sich die Rate an Erbrechen sowie die Reinsertionrate der Magensonde. Sonst fanden sich keine wesentlichen Unterschiede. Prüfte man die Patienten aus Gruppe A, die vom OP-Tag auf den 1. postoperativen Tag kein Erbrechen gezeigt hatten, so zeigte sich ein ähnlich schneller Verlauf, wie bei den laparoskopisch operierten Patienten. Patienten älter als 75 Jahre wiesen zwar mehr allgemeine und chirurgische Komplikationen auf, der fast-track Effekt war aber in ähnlicher Stärke nachweisbar.

Schlussfolgerung: Der fast-track Effekt ist konventionell und laparoskopisch ähnlich wirksam, wobei das laparoskopische Verfahren überlegen ist. Der positive Effekt konnte auch für Patienten älter als 75 Jahre nachgewiesen werden. Konventionell operierte Patienten, die am OP-Tag bereits Übelkeit zeigen, ohne das PONV vorliegt, sollten nicht weiter im fast-track-Konzept verbleiben. Die Studie konnte hier belegen, dass diese Sub-Gruppe ein schlechteres Outcome entwickelt als ganz ohne fast-track Rehabilitation.