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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Nutzt das PET-CT bei der Differenzierung zwischen narbiger und entzündlicher Crohn-Stenose?

Meeting Abstract

  • corresponding author J. Borch - Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, Münster
  • C. Maaser - Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, Münster
  • A. Lügering - Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, Münster
  • M. Brüwer - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie der Universität Münster, Münster
  • E. Rijcken - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie der Universität Münster, Münster
  • W. Domschke - Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, Münster
  • T. Kucharzik - Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7371

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch416.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Borch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Stenosen und Strikturen sind eine häufige Komplikation bei Patienten mit Morbus Crohn (MC). Hierbei ist es im Rahmen der bisherigen diagnostischen Möglichkeiten oft schwierig, zwischen einer eher entzündlichen oder eher narbigen Stenosierung zu unterscheiden. In der alltäglichen Routine geht man daher häufig pragmatisch vor und behandelt symptomatische Patienten zunächst medikamentös und schickt sie bei fehlendem Ansprechen zum Chirurgen. Ziel einer ersten retrospektiven Analyse war zu untersuchen, ob mittels 18-FDG-PET-CT Untersuchung eine Differenzierung zwischen entzündlicher und narbiger Stenosierung möglich ist und somit zukünftig Patienten mit narbiger Stenose der Umweg über einen frustranen medikamentösen Therapieversuch erspart werden kann.

Material und Methoden: Wir verglichen retrospektiv bei 16 Patienten mit bekanntem MC mit klinisch symptomatischer Stenosierung die Ergebnisse von PET-CT mit endoskopischen Befunden inklusive Histologien, MR-Enteroklysma, Entzündungsparametern im Blut und - sofern verfügbar – Operationsresektaten hinsichtlich der Aussage narbig oder entzündliche Stenosierung. Die Untersuchungen wurden zwischen 2004 und 2005 durchgeführt. Bei allen Patienten erfolgte eine „Darstellung“ der Stenosierung mittels PET-CT als auch Endoskopie mit Histologie sowie eine Bestimmung von CRP im Serum. Bei 13 Patienten wurde zusätzlich ein MR-Enteroklysma durchgeführt. Bei 5 Patienten erfolgte im Weiteren eine operative Intervention. Das Altersmedian betrug 34 Jahre (20-69 Jahre).

Ergebnisse: In der retrospektiven Analyse zeigte sich eine gute Korrelation zwischen endoskopischen Befunden sowie intraoperativen Befunden und der FDG-Anreicherung im PET-CT. So fand sich bei 15 Patienten ein FDG-Enhancement, wobei sich bei 10 Patienten ein starkes, bei 4 Patienten ein mittleres, bei 1 Patienten ein geringes und bei 1 Patienten kein Enhancement fand. Dagegen zeigten nur 7 Patienten erhöhte CRP-Spiegel im Serum. Endoskopisch zeigten sich in 6 Fällen vorwiegend entzündliche Stenosen, gemischt entzündliche/narbige Stenosen in 5 Fällen, und vorwiegend narbige Stenosen in 3 Fällen. Das MR-Enteroklysma zeigte eine hohe Sensitivität in der Detektion von Stenosen, eine sichere Beurteilung hinsichtlich entzündlicher/narbiger Stenosierung gelang mit dieser Methode jedoch nicht sicher. In Fällen mit widersprüchlichen Befunden in Bezug auf die untersuchte Fragestellung war das PET-CT nützlich zur Therapieentscheidung über Beginn oder Intensivierung der Immunsuppression bzw. Entscheidung zur operativen Therapie.

Schlussfolgerung: In dieser retrospektiven Analyse ergeben sich deutliche Hinweise, dass das PET-CT in Kombination mit der endoskopischen Beurteilung eine Verbesserung in der Sensitivität der Beurteilung narbig vs. entzündliche Stenosierung ergibt. Eine derzeit laufende Studie untersucht, ob sich diese Ergebnisse auch prospektiv bestätigen lassen.