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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Lebensqualität 10 Jahre nach ileoanaler Pouchanlage bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis coli (FAP)

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Ganschow - Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg
  • U. Pfeiffer - Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg
  • D. Flores - Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg
  • U. Hinz - Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg
  • M. Kadmon - Chirurgische Klinik der Universität Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7312

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch414.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Ganschow et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die restaurative Proktokolektomie mit ileonaler Pouchanlage hat sich in den letzten Jahren als Standard in der prophylaktischen Therapie bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis coli (FAP) etabliert. In der vorliegenden Untersuchung wird mit Hilfe zweier Fragebögen, SF-36 und GILQI (Gastrointestinaler Lebensqualitäts-Index), eine Untersuchung der Langzeitlebensqualität nach ileoanaler Pouchanlage durchgeführt. Hierbei wird die körperliche sowie psychische Verfassung der Patienten 10 Jahre nach Pouchanlage beurteilt.

Material und Methoden: Wir versendeten die Fragebögen an 124 Patienten mit bekannter familiärer adenomatöser Polyposis coli, bei denen die Pouchanlage mindestens 10 Jahre zurück liegt. Der SF-36 erhebt Daten über die körperliche und psychische Verfassung und die daraus resultierende Einschränkung im alltäglichen Leben in einem Zeitraum von vier Wochen vor der Befragung. Der Fragebogen GILQI wurde zur Erhebung der Daten bei FAP Patienten erweitert, sodass auch eine mögliche Einschränkung der Lebensqualität durch FAP-spezifische Krankheitsmanifestationen mit erfasst wird. Dieser Fragebogen deckt einen Zeitraum von zwei Woche vor der Befragung ab und stellt sowohl Fragen zur Einschränkung des alltäglichen Lebens durch allgemeine gastrointestinale Symptome, als auch durch eine evtl. psychische Belastung durch die zugrunde liegende Erkrankung selbst. Die Fragen können in die vier Dimensionen körperliche Symptome, Emotionen, physische Funktion und soziale Funktion zur genaueren Evaluation unterteilt werden.

Ergebnisse: In der Auswertung des SF-36 zeigt das untersuchte Patientenkollektiv in Bezug auf die körperliche Verfassung im Durchschnitt einen vergleichbaren Score (52,0) mit der Normalbevölkerung (50,2). Der erreichte Punktwert für die psychische Verfassung (41,8) liegt jedoch deutlich unter dem Mittelwert der Normalbevölkerung (51,5). Die Auswertung des GILQI ergab ebenfalls einen allgemeinen Punktwert für die Lebensqualität, der nur gering unter dem Punktwert der Normalbevölkerung liegt. Die Analyse der einzelnen Dimensionen der Lebensqualität zeigt jedoch in den Dimensionen physische Funktion und körperliche Symptome eine deutliche Minderung des Punktwerts im Vergleich zum Maximalwert (physische Funktion 19/28, körperliche Symptome 59/76). Ein wesentliches Ergebnis der Auswertung ist eine signifikante negative Korrelation zwischen der Anzahl der Stuhlgänge und der Lebensqualität (r=-0,42 für die Anzahl Stuhlgänge tagsüber und r=-0,54 für die Anzahl Stuhlgänge nachts).

Schlussfolgerung: Die bisher vorliegenden Ergebnisse suggerieren, dass sich die Langzeitlebensqualität nach ileoanaler Pouchanlage mit der der Normalbevölkerung vergleichen lässt und nur gering eingeschränkt ist. Als wesentlicher, die Lebensqualität bestimmender Faktor, kristallisiert sich in der Auswertung des GILQI die Stuhlfrequenz heraus.