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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Vakuum-Therapie des offenen Abdomens – eine Bestandsaufnahme

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Stöwhas - Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universität Rostock
  • E. Klar - Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universität Rostock
  • T. Foitzik - Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universität Rostock

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6991

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch364.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Stöwhas et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Vakuum(versiegelungs)therapie (VAC) wird seit einigen Jahren auch für die Behandlung des offenen Abdomens (Laparostoma) propagiert, obwohl es bisher keine randomisierten kontrollierten Studien dazu gibt. Eine Umfrage sollte Aufschluss darüber ergeben, wie verbreitet die Anwendung der VAC beim offenen Abdomen in Deutschland ist, und welche Erfahrungen die Anwender mit der VAC bisher gemacht haben.

Material und Methoden: Versendung eines 2-seitigen Fragebogens an die Chef- bzw. Leitenden Ärzte von 355 allgemein- bzw. viszeralchirurgischen Krankenhaus-Abteilungen.Auswertung der zurückgesandten Umfragebögen mittels Microsoft-Excel.

Ergebnisse: Die Rücklaufquote betrug 51%. 97% derjenigen, die antworteten, kannten VAC, 94% wendeten sie an ihrer Abteilung an, 86% auch beim offenen Abdomen. Von denjenigen, die VAC beim offenen Abdomen anwendeten, benutzten sie 15% bei allen Patienten mit Laparostoma, 53% in der Mehrzahl der Fälle, 23% nur in Ausnahmefällen. Für 95% der Anwender stellte die VAC trotz mancher technischer Probleme (z.B. Undichtigkeit) eine Erleichterung dar, 80% hielten das System für sicher, wenngleich die Hälfte davon Komplikationen (v.a. Dünndarmfisteln) erlebt hatte. Auf Nachfrage wurde die schnelle Wundheilung von 87% als Hauptvorteile der VAC bestätigt. Objektive Daten dazu hatten 22%. 47% sahen die VAC als eine mittlerweile etablierte Behandlungsmethode beim offenen Abdomen an, 23% hielten sie zumindest für eine gute Alternative bzw. Option.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Umfrage zeigt (mit Vorbehalten), dass VAC bundesweit von der Mehrzahl der Befragten auch beim offenen Abdomen angewendet wird und die Erfahrungen und Ergebnisse durchweg positiv sind. Was fehlt sind objektive Daten, auch zur Kostenfrage. In mehreren den Umfragebögen beigefügten Kommentaren wurde die Durchführung randomisierter kontrollierter Studien und Analysen gefordert, die auch den Materialaufwand, OP-Zeiten, Krankenhausliegedauer und Langzeitergebnissen erfassen müssten. Erst dann sollte die VAC-Therapie beim offenen Abdomen als Therapiestandard empfohlen werden.