gms | German Medical Science

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Infragluteale Perforanslappenplastiken in der Dekubituschirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author O. Scheufler - Abt. für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Universitätsspital Basel, Schweiz
  • D.J. Schaefer - Abt. für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Universitätsspital Basel, Schweiz
  • M. Haug - Abt. für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Universitätsspital Basel, Schweiz
  • G. Pierer - Abt. für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Universitätsspital Basel, Schweiz
  • L.S. Levin - Div. of Plastic, Reconstructive, Maxillofacial and Oral Surgery, Duke University Medical Center, Durham, NC, USA
  • D. Erdmann - Div. of Plastic, Reconstructive, Maxillofacial and Oral Surgery, Duke University Medical Center, Durham, NC, USA

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7785

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch362.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Scheufler et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Aufgrund der hohen Rezidivrate von Dekubitalulzera der Sitzbeine bei Paraplegikern sollte bereits die Wahl der Lappenplastik beim Primärulkus darauf abzielen zukünftige Lappenoptionen zu erhalten. Lappenplastiken des dorsalen Oberschenkels und gluteale Lappenplastiken, die meist zur Deckung von Sitzbeinulzera verwendet werden, verletzen jedoch die Gefässterritorien benachbarter Lappenplastiken. Diese stehen dann im Fall eines Rezidivs nicht mehr zur Verfügung. Wir haben für Primärulzera der Sitzbeine eine infragluteale Perforans- (IGP) Lappenplastik entwickelt, die die Gefässterritorien angrenzender Lappenplastiken schont.

Material und Methoden: IGP Lappenplastiken wurden an 5 frischen Leichen präpariert, um die Anatomie der Hautäste des Ramus descendens der Arteria glutea inferior (AGI) und der Nervi clunii zu bestimmen und die anatomischen Landmarken für die klinische Anwendung einer innervierten Lappenplastik zu definieren.In einer Serie von 14 paraplegischen Patienten wurden 9 primäre Dekubitalulzera und 5 Dekubitusrezidive der Sitzbeine und des Sakrum mit 6 Perforansgefäss-basierten Lappenplastiken (mit zusätzlicher Hautbrücke) und 8 Perforanslappenplastiken gedeckt. Wir verschlossen 4 Sitzbeinulzera und ein sakrales Ulkus mit Perforansgefäss-basierten Lappen sowie 7 Sitzbeinulzera und zwei sakrale Ulzera mit Perforanslappenplastiken, davon in 6 Fällen mit IGP Lappenplastiken. Die Hebedefekte wurden primär verschlossen.

Ergebnisse: Zwölf von 14 Lappenplastiken heilten komplikationslos. Bei allen IGP Lappenplastiken, die an Leichen und in der klinischen Serie präpariert wurden, fanden wir einen oder zwei Hautäste des Ramus descendens der AGI am unteren Rand des Musculus gluteus maximus, die die infragluteale Haut versorgten. Diese Hautäste erlaubten die Hebung von IGP Lappenplastiken mit verbesserter Mobilität der Hautinsel im Vergleich zu den Perforansgefäss-basierten Lappenplastiken. Der Ramus descendens der AGI konnte in allen Fällen für die Versorgung zukünftiger Lappenplastiken geschont werden.

Schlussfolgerung: Die IGP Lappenplastik ist eine vielseitige und zuverlässige Lappenplastik zur Deckung von Dekubitalulzera der Sitzbeine und des Sakrum. Sie kann als Perforansgefäss-basierte Lappenplastik oder Perforanslappenenplastik gehoben werden. Die Hebedefektmorbidität ist gering und Optionen für zukünftige Lappenplastiken der Umgebung bleiben erhalten.

Abbildung 1 [Abb. 1]