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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Die postpartale Lungenmechanik beim Kaninchenmodell der angeborenen Zwerchfellhernie

Meeting Abstract

  • corresponding author O.J. Muensterer - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Unviersität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • J. Jani - Dept. of Obstetrics and Gynecology, Katholieke Universiteit Leuven, Leuven, Belgien
  • F. Bergmann - Kinderchirurgische Klinik, Ludwig Maximilians Universität München, München, Deutschland
  • A. Flemmer - Kinderklinik, Ludwig Maximilians Universität München, München, Deutschland
  • J.A. Deprest - Dept. of Obstetrics and Gynecology, Katholieke Universiteit Leuven, Leuven, Belgien
  • H. Till - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, Unviersität Leipzig, Leipzig, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7523

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch347.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Muensterer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bislang beschränkten sich fetalchirurgische tierexperimentelle Modelle zur Behandlung der Angeborenen Zwerchfellhernie hauptsächlich auf morphologische Veränderungen an den Lungen. Beim Vergleich von verschiedenen pränatalen Therapieoptionen ist jedoch die postpartale Lungenmechanik entscheidend. Wir stellen ein Kaninchenmodell der angeborenen Zwerchfellhernie vor, bei dem sich die Lungenmechanik nach der Geburt der Feten evaluieren lässt und damit der funktionelle Erfolg einer eventuellen pränatalen Intervention evaluiert werden kann.

Material und Methoden: Am 23. Schwangerschaftstag wurden in NZ White Kaninchen an jeweils 2 Feten in mikrochirurgischer Technik eine Zwerchfellhernie angelegt. Nach Sektio am Termin (31d) wurden die neugeborenen Kaninchen über eine Tracheotomie intubiert und durch eine Ventilator-Messapparatur beatmet. Durch das Prinzip der "forced oscillation" wurde der Atemwegswiderstand (Raw), die Elastizität (HL), die Gewebsdämpfung (GL), die Lungenkapazität (TLC) und die Hysteresivität (η GL/HL) ermittelt. Anschließend wurden die Lungen explantiert und das relative Lungengewicht (fetal lung to body weight ratio, FLBW) bestimmt.

Ergebnisse: Zwölf Feten mit Zwerchfellhernie und 15 Kontrollfeten wurden analysiert. Die FLBW und die TLC korrelierten miteinander und ergaben bei den Feten mit Zwerchfellhernie signifikant niedrigere Werte als bei den Kontrollfeten. Andererseits waren die Parameter Raw, HL und GL in der Zwerchfellherniengruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe. Als bester lungenmechanische Parameter zur Quantifizierung der Lungenhypoplasie wurde die Hysteresivität η ermittelt.

Schlussfolgerung: Unser Tiermodell zeigt, dass eine experimentell angelegte Zwerchfellhernie nicht nur zur Lungenhypoplasie sondern auch zu einer Beeinträchtigung der postnatalen Lungenmechanik führt. Damit ergibt sich eine Möglichkeit, die Auswirkung von potentiellen fetalchirurgischen Therapieansätzen auf die Funktion der Lungen zu untersuchen.

Abbildung 1 [Abb. 1]