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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Facialisparese – Verankerung der Nasolabialfalte

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Greulich - Klinik für Handchirurgie, Mikrochirurgie und rekonstruktive Brustchirurgie, Marienhospital Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7861

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch346.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Greulich.
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Gliederung

Text

Einleitung: Subcutane Knorpelanker wurden von Eduard Schmid bei der Wiederherstellung der Facialisparese eingeführt, um eine möglichst natürliche Bewegung der Nasolabialfalte zu erreichen – zu seiner Zeit durch Zügelplastiken. Wir haben seine Technik auch für freie Muskeltransplantate übernommen.

Material und Methoden: Von 1996 bis 2004 wurden 96 Patienten wegen Facialisparese behandelt. 66 durch Zügelplastik alleine, 30 durch freie Muskeltransplantate. Von diesen Patienten hatten 13 eine Kombination von Zügelplastik und freiem Muskeltransplantat. Die Resultate wurden durch standardisierte prä- und postoperative Fotografien und Videodokumentation ausgewertet.

Ergebnisse: Die Operationstechnik des Knorpelankers wird im Detail dargestellt: Ein Knorpelstreifen von etwa 6 cm x 4 mm wird aus der Helixfalte entnommen. Er wird in eine dicht subcutan liegende Tasche, ausgehend von einer Inzision im Nasenboden eingeführt. Mindestens 8 Wochen später können Zügelplastiken oder auch Muskeltransplantate an diesem Knorpelanker fixiert werden. Dieser erlaubt eine exakte Beweglichkeit der Nasolabialfalte. Der Zugang zum Knorpelanker selbst wird von intraoral her gewählt. Die Zügelplastiken werden durch zahlreiche dynamische, aber auch einige statische Schlingen erstellt und am Muskulus temporalis aufgehängt. Muskeltransplantate wurden in allen Fälle durch Cross-face-Nerventransplantate innerviert. Als Spendermuskel diente in allen Fällen der Musculus gracilis. Die statische Asymmetrie konnte in allen Fällen mit Zügelplastik erheblich verbessert werden. Kraft und Amplitude der Beweglichkeit der Nasolabialfalte waren sehr variabel. In allen Patientengruppen – Zügelplastiken, Muskeltransfers und kombinierten Verfahren. Die mimische Koordination war bei den freien Muskeltransplantaten eindeutig besser und konnten durch mimisches Training verbessert werden.

Schlussfolgerung: Die mimische Beweglichkeit der Nasolabialfalte kann durch Knorpelanker verbessert werden, sowohl für Zügelplastiken als auch für freie Muskeltransplantate. Unsere besten Ergebnisse konnten wir bei der Kombination von freien Muskeltransplantaten und Zügelplastiken erreichen.