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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Defektdeckung durch Gleitlappenplastiken bei Gesichtstumoren

Meeting Abstract

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  • corresponding author O. Wingenbach - Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Markus Krankenhaus Frankfurt am Main, Deutschland
  • K. Exner - Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Markus Krankenhaus Frankfurt am Main, Deutschland
  • G. Holle - Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, Markus Krankenhaus Frankfurt am Main, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7699

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch342.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wingenbach et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch Radikalität bei der Tumorresektion und aufgrund anatomischer und ästhetischer Besonderheiten, stellt die Rekonstruktion der Gesichtsweichteile eine besondere Herausforderung dar. Die Angst vor einem weiteren „Gesichtsverlust“ lässt einen Trend zu freien Fernlappenplastiken in der Literatur erkennen. Lokale Lappenplastiken ermöglichen jedoch auch den Verschluss ausgedehnter Defekte und können bei guter Planung ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis erzielen.

Material und Methoden: Nach Tumorresektion im Gesichts- und Kopfbereich, wurden die Möglichkeiten der Defektdeckung und Rekonstruktion systematisch analysiert. Sowohl fortgeschrittene Primärtumore als auch (Mehrfach-)Rezidive wurden in die Analyse der Indikationsstellung einbezogen. Eine Ro Resektion war Voraussetzung für den Defektverschluss. In jedem Fall wurde ein individuelles Behandlungskonzept auf der Basis lokaler Lappenplastiken, den Ressourcen und Vorstellungen des Patienten angepasst.

Ergebnisse: Im Zeitraum zwischen 1995 und 2005 wurden bei 221 Patienten insgesamt 254 Gesichtstumore mit diesem Konzept behandelt. Die Defektdeckung durch lokale Gleitlappen zeigte eine gute Gewebeübereinstimmung im Empfängergebiet und eine geringe Hebedefektmorbidität. Eine vollständige funktionelle Wiederherstellung war in 87,5 % der Fälle möglich. Die ästhetische Einheit des Gesichtes wurde in 78,3 % der Fälle erhalten. Teilnekrosen zeigten sich bei 7,1 % der Lappen und heilten in der Regel sekundär ohne weitere chirurgische Intervention. Vollständige Lappenverluste traten in 3,2 % der Fälle auf.

Schlussfolgerung: Aus der exakten Kenntnis der Angiosome und Hautperforatorgefäße, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten der Defektdeckung mit lokalen Lappen im Gesichts- und Kopfbereich. Lokale Lappenplastiken können besonders im fortgeschrittenen Alter mit großen Gewebemengen und bei geringer Hebedefektmorbidität präpariert werden. Sie sind Fernlappen durch die ähnliche Gewebetextur, Farbe und Hautdicke in ihrer Optik überlegen. Sie sind schnell und in Lokalanästhesie zu präparieren und helfen dadurch perioperative Komplikationen gering zu halten.