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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

„Fast track“ in der Aneurysmachirurgie – erste Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten und kontrollierten Studie

Meeting Abstract

  • corresponding author B. Mühling - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • G. Halter - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • G. Lang - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • H. Schelzig - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • P. Steffen - Sektion Schmerztherapie, Ulm
  • H. Suger-Wiedeck - Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Ulm
  • R. Meierhenrich - Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, Ulm
  • L. Sunder-Plassmann - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • K.H. Orend - Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Ulm

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6778

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch325.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Mühling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Trotz Verbesserungen im perioperativen Therapieregime sind große chirurgische Eingriffe nach wie vor mit einer gewissen Morbidität und Mortalität verbunden. In der Aneurysmachirurgie wird die Morbidität mit bis zu 30%, die Mortalität mit bis zu 10% angegeben. Durch einzelne Maßnahmen erscheint eine weitere Verbesserung nicht möglich. Daher wird versucht, durch multimodale Therapiekonzepte („Fast Track“ Programme), das Outcome weiter zu optimieren. Für die Aneurysmachirurgie existieren keine multimodalen Konzepte zur Reduktion von Morbidität und Mortalität. Ziel ist daher, ein „Fast track“ Konzept für die offene Aneurysmaausschaltung zu etablieren und in einer prospektiven, randomisierten Studie zu überprüfen.

Material und Methoden: Prospektive Randomisation von Patienten mit Aortenaneurysma (AAA) im Abschnitt V, die sich einer elektiven, offenen Ausschaltung unterziehen müssen in eine Fast Track (FT) und in eine traditionelle Gruppe (T). In beiden Gruppen wird sowohl die trans- als auch retroperitoneale Aneurysmaausschaltung durchgeführt. Wesentliche Unterschiede bestehen in der Darmvorbereitung (keine vs. 3l Darmspüllösung) und der perioperativen Schmerztherapie (PDA in der Fast track Gruppe). Zielgrößen sind neben Morbidität und Mortalität, die Notwendigkeit zur Nachbeatmung, Aufenthaltsdauer auf der ICU, Abschluß Kostaufbau und Patientenzufriedenheit.

Ergebnisse: Bisher wurden 45 Patienten randomisiert – 23 für die „traditionelle“, 22 für die „Fast track“ Gruppe. Hinsichtlich Alter, Durchmesser das AAA und ASA Score bestehen keine Unterschiede. Die Notwendigkeit zur Nachbeatmung war in der traditionellen Gruppe signifikant erhöht (39% vs 9%, p< 0,05). Die Dauer des Intensivaufenthaltes ist in der Fast track Gruppe kürzer: 43 vs. 21h im Median. Die parenterale Infusionstherapie kann in der Fast track Gruppe früher beendet (2,5 vs. 5 Tage; Median), der Kostaufbau früher erreicht werden (5,5 vs. 7 Tage; Median). Die Entlassung in der Fast track Gruppe erfolgt im Median nach 10, in der traditionellen Gruppe nach 11 Tagen. Die Mortalität ist in beiden Gruppen 0%, die Morbidität in der Fast track Gruppe niedriger: 13,6% (FT) vs. 39% (T).

Schlussfolgerung: Für die Aneurysmachirurgie konnte ein Fast track Konzept realisiert und dessen Sicherheit im Vergleich mit einem traditionellen Therapieregime gezeigt werden. Bezüglich Nachbeatmung zeigt sich ein signifikanter Vorteil für das Fast track Regime. Hinsichtlich Aufenthaltsdauer auf der ICU, Abschluß Kostaufbau und allgemeine Morbidität zeigen sich deutlich positive Tendenzen zugunsten des Fast track Programmes.