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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Prävalenz von Refluxbeschwerden und deren Begleitsymptome in der Normalbevölkerung

Meeting Abstract

  • E. Wolfgarten - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland
  • K. Knoppe - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland
  • A.H. Hölscher - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland
  • corresponding author E. Bollschweiler - Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie der Universität zu Köln, Köln, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7068

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch322.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wolfgarten et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Gastroösophagealer Reflux, das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre beeinträchtigt die Lebensqualität, wenn es öfters auftritt, und prädisponiert zur Entstehung einer Barrettmucosa, die eine Präkanzerose für das Adenokarzinom der Speiseröhre ist. Bisher wenig bekannt ist die Prävalenz von Refluxsymptomen in der Normalbevölkerung.

Material und Methoden: In einer populationsbasierten Studie wurde 500 zufällig aus dem Melderegister der Stadt Köln ausgewählten Bürgern im Alter zwischen 20 und 90 Jahren (232 m=46% und 268 w=54%) ein Fragebogen mit refluxspezifischen Fragen zugeschickt. 268 Antworten (54%) konnten in die Studie aufgenommen werden. Der Anteil der Männer betrug 45%, die im median 58 (min: 21, max: 89)Jahre alt waren, während die Frauen im median 54 (min: 22, max: 89) Jahre alt waren.

Ergebnisse: 34% der Befragten (n=92) gaben an, unter Sodbrennen zu leiden. Hierbei gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Die Häufigkeit von Sodbrennen variierte in den einzelnen Altersklassen nur wenig. Lediglich in der Gruppe der 40 bis 50 jährigen und der 60 bis 70 jährigen trat das Symptom häufiger (in 45% der Altersklasse) auf. Dies war bedingt durch das häufigere Vorkommen von Sodbrennen bei Männern in der Alterklasse von 40-50J und bei Frauen zwischen 60 und 70 Jahren.23 (25%) der 92 Befragten mit dem Symptom Sodbrennen gaben an, mehr als zweimal pro Woche unter Refluxbeschwerden zu leiden. 45% dieser “Refluxer” nehmen Medikamente gegen Sodbrennen. 43% aller Refluxer haben wegen dieser Beschwerden schon einmal einen Arzt aufgesucht, der in 72% der Fälle auch eine endoskopische Untersuchung veranlasst hat. 78% der Refluxer empfinden die Beschwerden als nicht sehr beeinträchtigend.Allgemeine Oberbauchbeschwerden gaben 34% der Befragten mit Sodbrennen und 15% der restlichen Befragten an (p <0.001). Häufigeres Vorkommen von Übelkeit und Erbrechen gaben 22% in der Gruppe mit Sodbrennen an und 7% in der anderen Gruppe (p< 0.001). Das Auftreten von Schluckbeschwerden war ebenfalls in der Gruppe der Refluxer deutlich erhöht mit 23% im Vergleich zu 6% für die Gruppe ohne Sodbrennen (p < 0.001).

Schlussfolgerung: Etwa ein Drittel der Kölner Bevölkerung leidet unter gastroösophagealem Reflux. Knapp zehn Prozent der Bevölkerung haben mehrmals pro Woche diese Beschwerden. Dies betrifft Männer und Frauen gleichhäufig und variiert mit dem Alter nur geringfügig.