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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Gesundheitsbezogene Lebensqualität nach Schilddrüsenoperation

Meeting Abstract

  • corresponding author M.C. Boucher - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • J.M. Harms - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • A. Gorgon - Klinik für Diagnostische Radiologie, Universität zu Köln, Deutschland
  • M. Meyer - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • I. Wessel - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • C. Petri - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • A.K. Kaetsch - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland
  • M. Lassau - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bethesda Krankenhaus zu Duisburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7511

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch314.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Boucher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bereits 1946 definierte die WHO Gesundheit als einen Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein als das Fehlen von Krankheit und Gebrechen. Gesundheitsbezogene Lebensqualität gewinnt auch in der Chirurgie als prä- und postoperatives Instrument zur Qualitätssicherung an entscheidender Bedeutung. Bisher sind nur wenige Untersuchungen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQL) bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt worden. Daten zum prä- und postoperativen Befinden standen bislang aus.

Material und Methoden: In der vorliegenden prospektiven Studie untersuchten wir mittels des Short Form-36 Health Surveys (SF-36) die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei 50 Patienten, die sich einer Schilddrüsenoperation unterzogen. Der SF-36 umfasst acht Gesundheitskonzepte: Körperliche Funktionstüchtigkeit, körperliche Rollenfunktion, körperliche Schmerzen, allgemeine Gesundheitswahrnehmung, Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit, emotionale Rollenfunktion und psychisches Wohlbefinden.Wir untersuchten die HRQL am präoperativen und dritten postoperativen Tag sowie nach sechs Monaten. Die Ergebnisse wurden untereinander und mit der deutschen Normpopulation (GNV) verglichen.

Ergebnisse: Die präoperative Untersuchung von Patienten, die zur Schilddrüsenoperation vorgesehen waren, zeigte in allen Kategorien des SF-36 niedrigere Werte im Vergleich zur GNV. Die größten Unterschiede zeigten sich in Bezug auf die körperliche Rollenfunktion und die emotionale Rollenfunktion. Körperliche Schmerzen und die allgemeine Gesundheitswahrnehmung lagen nahezu im Normbereich. Postoperativ waren die Werte für die körperliche Funktionstüchtigkeit und die körperliche Rollenfunktion erniedrigt. Die soziale Funktionsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden stiegen proportional am stärksten an. Nach sechs Monaten kam es nahezu in allen Kategorien zu einer Normalisierung der Werte im Vergleich zur GNV.

Schlussfolgerung: Die prä- und postoperative gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen wurde erstmals evaluiert. Innerhalb von 6 Monaten kam es zu einer Normalisierung der HRQL bei Patienten nach Schilddrüsenoperation. HRQL sollte als Hilfsmittel für den Erfolg einer Operation angewendet werden. Weitere Untersuchungen sollten z.B. in Bezug auf Resektionsausmaß und HRQL durchgeführt werden.