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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Chirurgie des Hepatoblastoms - Ergebnisse der Hepatoblastomstudie HB99 der Deutschen Gesellschaft für Onkologie und Hämatologie (GPOH)

Meeting Abstract

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  • corresponding author B. Häberle - Abteilung für Kinderchirurgie, Dr. v. Haunersches Kinderspital, Ludwig-Maximilians Universität München
  • U. Bode - Abteilung für pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Universität Bonn
  • D. von Schweinitz - Abteilung für Kinderchirurgie, Dr. v. Haunersches Kinderspital, Ludwig-Maximilians Universität München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7622

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch298.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Häberle et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Kindliche Lebertumore sind insgesamt sehr selten. Unter den malignen Lebertumoren im Kindesalter ist das Hepatoblastom der häufigste Tumor mit einem Altersgipfel von 6 Monaten bis 3 Jahren. Die komplette Resektion des Tumors ist wesentlich für das Überleben der Kinder. Im Ablauf der Therapie ist die Operation nach zwei bis drei Blöcken Chemotherapie vorgesehen. Wie sehen die operativen Ergebnisse bezüglich Komplikationen und onkologischen Kriterien in den letzten 6 Jahren in Deutschland aus? Wie zentrumsorientiert werden diese Kinder behandelt?

Material und Methoden: Es wurden die Ergebnisse der operativen Versorgung der Patienten im Rahmen der Lebertumorstudie HB99 von 1999 bis 2005 ausgewertet. Die Häufigkeit der Komplikationen wurde anhand von Erhebungsbögen im Rahmen der Studie erfasst. Von Interesse sind auch die Anzahl der behandelnden Zentren und die Anzahl der jeweils dort operierten Patienten mit Hepatoblastom. Bei der Endauswertung werden noch die Patienten von 2006 mitbeurteilt werden.

Ergebnisse: Die Resektabilität konnte bei insgesamt 78 Patienten beurteilt werden. Bei 62/78 Patienten konnte eine R0 Resektion erzielt werden (4 Lebertransplantationen). Bei 9 Patienten wurde eine R1 Resektion erreicht. Bei einem Patienten nur eine R2 Resektion und 6 Patienten konnten nicht operiert werden. Folgende intraoperativen Komplikationen wurden angegeben: hoher Blutverlust (>800ml) (7), Verletzung der V. cava (2) oder großer Lebervenen (3), Tumorspilling (2). Bei einem Patienten musste auf Grund unstillbarer Blutung eine Hepatektomie durchgeführt werden. Diese Operationen wurden an insgesamt 24 Kliniken durchgeführt. In den Jahren 1999 bis 2005 führten 18 Kliniken 1 bis 2 Operationen durch und in 6 Kliniken wurden mehr als 5 Patienten mit Hepatoblastom in diesem Zeitraum operiert, insgesamt 56 der 79 ausgewerteten Patienten.

Schlussfolgerung: Durch präoperative Chemotherapie konnte eine sehr gute Resektabilität erreicht werden. Die Komplikationen waren gut beherrschbar und nur in Einzelfällen schwerwiegender. Auf Grund der Seltenheit der Erkrankung ist es sinnvoll die Patienten in entsprechenden Zentren mit kinderonkologischer Versorgung und leberchirurgischer Erfahrung bei Kindern zu behandeln. Eine Entwicklung in diese Richtung ist in den letzten Jahren zu beobachten.