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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Pelvic congestion syndrom (Varikosis pelvis): eine Fallbeschreibung

Meeting Abstract

  • corresponding author H. Wendorff - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie
  • A. Zimmermann - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie
  • C. Reeps - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie
  • P. Heider - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie
  • O. Wolf - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie
  • H.-H. Eckstein - Klinikum rechts der Isar der TU München, Gefäßchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7117

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch275.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wendorff et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei dem „pelvic congestion syndrom“ handelt es sich um ein chronisches Schmerzsyndrom des Unterleibs der Frau mit sackartiger Erweiterung der klappeninsuffizienten Venen im kleinen Becken. Die Angaben zur Inzidenz dieser seltenen Erkrankung sind in der Literatur uneinheitlich, sie wird mit bis zu 11% bei chronischen, therapieresistenten Schmerzen im Unterleib angegeben.Wir beschreiben den Fall einer jungen Frau, die uns mit einem, seit ca. einem Jahr bestehenden, chronisch diffusen Schmerzsyndrom des Beckens zuverlegt wurde.

Material und Methoden: Bei der Patientin bestanden rezidivierende starke, krampfartige Unterbauchschmerzen und Hämorrhoidalblutungen. Eine MRT-Untersuchung zeigte parauterin gelegene, ektatische Venenkonvolute. Mit der Verdachtsdiagnose des pelvic congestion syndrom erfolgte die weitere Diagnostik. Eine gynäkologische Abklärung war bis auf eine leicht hyperämische Vaginalschleimhaut unauffällig. In einer proktologischen Untersuchung zeigten sich bei sonst unauffälligem Befund Hämorrhoiden Grad I bei 5 Uhr und 7 Uhr in SSL. Die DSA der Aorta, der Nierenarterien sowie der Nierenvenen war wegweisend. Hier zeigte sich ein sog. „nutcracker-Syndrom“ mit Kompression der linken Nierenvene zwischen A. abdominalis und A. mesenterica superior als Ursache einer massiven Abflussstörung der V. ovarica links mit ausgeprägter, pelviner Varikozelenbildung.

Ergebnisse: Zur Unterbrechung des venösen Refluxes der insuffizienten V. ovarica wurde über einen retroperitonealen Zugang die linke V. ovarica ligiert und reseziert. Im postoperativen Verlauf kam es zu linksseitigen Flankenschmerzen, welche mit einer Kapselspannung der linken Niere bei venöser Abflussstörung vereinbar waren. Unter adäquater Schmerztherapie besserte sich die Schmerzsymptomatik deutlich. Eine postoperative Makrohämaturie war zum Entlassungszeitpunkt nicht mehr nachweisbar. 6 Wochen nach Entlassung ist die Patientin subjektiv nahezu beschwerdefrei.

Schlussfolgerung: Das „pelvic congestion syndrom“ stellt eine mögliche Ursache für chronische, therapieresistente Schmerzen im Unterleib der Frau dar. Eine MR-Untersuchung kann erste Hinweise auf das Vorliegen dieser Erkrankung geben. Die Diagnosesicherung erfolgte in unserem Fall durch die Angiographie.