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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Das nukleäre Matrix Protein CC2 – ein Serummarker zur Früherkennung von kolorektalen Karzinomen

Meeting Abstract

  • corresponding author G. Walgenbach-Brünagel - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutschland
  • B. Burger - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutschland
  • R. Tolba - Haus für Experimentelle Chirurgie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutschland
  • K.J. Walgenbach - Plastische und ästhetische Chirurgie, Frauenklinik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutschland
  • R.H. Getzenberg - Department of Urology, Johns Hopkins University Baltimore, Maryland, USA
  • A. Hirner - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7690

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch249.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Walgenbach-Brünagel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das kolorektale Karzinom (KRK) ist das dritthäufigste diagnostizierte Karzinom bei Männern und Frauen und stellt in Deutschland die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache dar. Die Prognose des Karzinoms hängt wesentlich von dem Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Nur 37% der Patienten werden in einem frühen kurativ behandelbarem Tumor-Stadium diagnostiziert. Einfache klinische Tests zur Früherkennung gibt es leider nicht. In vorausgegangenen Arbeiten war es uns möglich, spezifische nukleäre Matrix Proteine (NMP) für das KRK zu identifizieren. Mittels Elisa konnte ein hochsignifikanter Unterschied in der Expression des Proteins bei Kolonkarzinompatienten- und Probandenserum gezeigt werden. Die identifizierte NMPs haben das Potential einen Früherkennungsmarker für das KRK im Serum zu werden.

Material und Methoden: 200 Serumproben wurden im indirekten ELISA mittels eines polyklonalen Antikörpers gegen das nukleäre Matrix Protein CC2 untersucht. (Kolonkarzinome n=31, Rektumkarzinom n=19, Colitis ulcerosa n=11, Divertikulitis n=22, Kolonpolypen n=20, Kontrolle (koloskopisch unauffällig) n= 41, Magenkarzinome n=9, Pankreaskarzinome n=11, Bronchialkarzinome n=11, HCC/CCC n= 13, andere Erkrankungen n=8, z.n. Kolonkarzinom n=11)

Ergebnisse: Die mittels Elisa gewonnen Werte im Serum von Patienten mit Kolonkarzinom sind hochsiginifikant höher (p<0.001) im Vergleich zu Patienten ohne Kolonkarzinom. Bei einem Schwellenwert von 0,6 OD, werden 26 Kolonkarzinome Patienten von 31 erkannt (Sensitivität 83,8 %). 40 von 42 gesunden Probanden werden als gesund erkannt (Spezifität 95,3 %). Bezieht man andere Karzinome und Erkrankungen mit ein, beträgt die gesamt Spezifität 87,5% (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Schlussfolgerung: Mit Hilfe eines polyklonalen Antikörpers gegen ein nukleäres Matrix Protein CC2 ist es möglich, mittels eines einfachen Serumtests Patienten mit Kolonkarzinom von gesunden und anderen Karzinom-Patienten zu unterscheiden. Den Daten zu Folge ist die Expression des Proteins CC2 schon in frühen Tumorstadien nachzuweisen. Es finden sich bereits bei Polypen mit fortgeschrittenen Dysplasien messbare Expressionen des Proteins im Serum. Somit könnte das NMP CC2 eine wichtige Rolle in der Früherkennung von KRK spielen. Mit Hilfe eines einfachen Bluttests zur Früherkennung von KRK könnte die Morbidität und Mortalität der Erkrankung deutlich gesenkt werden.