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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Langzeitfolgen verschiedener operativer Zugänge bei der Lebendnierenspende

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Wunsch - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland
  • W. Schunn - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland
  • P. Schenker - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland
  • N. Ertas - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland
  • T. Traska - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland
  • R. Viebahn - Chirurgische Klinik des Knappschaftskrankenhauses Bochum, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7720

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch203.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wunsch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei der Lebendnierenspende in Europa werden weiterhin neben der laparoskopischen Nephrektomie durch die Mehrzahl aller Zentren Nierenentnahmen über verschiedene konventionelle Zugänge durchgeführt. Über die Langzeitfolgen der einzelnen Techniken für die Spenderoperation liegen nur spärliche Daten vor.

Material und Methoden: Im Rahmen einer Querschnittsuntersuchung von Lebendnierenspendern an unserem Transplantationszentrum, deren Operation mindestens ein Jahr zurücklag, konnten 41 (28 Frauen / 13 Männer) Spender dokumentiert werden. Bei diesen Patienten waren die Nephrektomien über einen Flankenschnitt ohne Rippenresektion (n = 22) bzw. einen Pararektalschnitt (n = 19) durchgeführt worden. Festgehalten wurde zunächst die Absolutlänge der Narbe. Die Narbenqualität wurde in 4 Kategorien (0-3) eingeteilt und erfasst. Es erfolgte anschließend die Untersuchung auf das Vorliegen einer Narbenhernie bzw. einer Muskelrelaxatio. Die bleibenden Schäden der Bauchwand wurden mit Hinblick auf die Funktionseinbußen der Sensibilität der Narbenumgebung (Spitz-Stumpf-/ Warm-Kalt- Diskrimination) und auf die sonographisch fassbare Änderung in der Dicke des M. rectus abdominis im Vergleich zur nicht operierten Seite beurteilt.

Ergebnisse: Die Narbenlänge war mit im Mittel 24 cm beim Flankenschnitt deutlich größer als beim Pararektalschnitt mit im Mittel 13,5 cm. Die Untersuchung auf Verluste sensorischer Qualitäten mittels Planimetrie des betroffenen Areals und auf das Vorliegen einer Muskelrelaxatio oder einer Narbenhernie ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Zugängen. Ein signifikanter Unterschied (p < 0,01) zeigte sich jedoch postoperativ in der Dicke des M. rectus abdominis. Beim Pararektalschnitt wurde in Narbenhöhe sowie 2 cm unterhalb der Narbe eine Verminderung der Muskeldicke um jeweils 57 % im Vergleich zur Gegenseite beobachtet – die entsprechenden Werte für den Flankenschnitt lagen bei 7 bzw. 11 %. Tabelle 1 [Tab. 1]

Schlussfolgerung: Im Vergleich der beiden untersuchten Zugänge scheint der Flankenschnitt mit Hinblick auf morphologische fassbare Langzeitfolgen an der Muskulatur und das kosmetische Ergebnis dem Pararektalschnitt überlegen zu sein. Keine eindeutigen Unterschiede ergaben sich bei der Prüfung der postoperativen Sensibilitätsstörungen und der Störungen im Temperaturempfinden. In unserem Kollektiv war die absolute Narbenlänge beim Pararektalschnitt im Mittel deutlich kleiner.