gms | German Medical Science

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Gastrointestinale Stroma Tumore (GIST): Erfahrungen bei 52 Patienten

Meeting Abstract

  • N. Weber - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Klinikum St. Georg gGmbH, Leipzig
  • A. Plötner - Institut für Pathologie, Klinikum St. Georg gGmbH, Leipzig
  • L. Mantovani - Abteilung für Hämatoonkologie, Klinikum St. Georg gGmbH, Leipzig
  • A. Weimann - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Klinikum St. Georg gGmbH, Leipzig
  • corresponding author P. Lamesch - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Klinikum St. Georg gGmbH, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7806

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch175.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Weber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Gastrointestinale Stroma Tumore (GIST) sind seltene intraabdominelle, nicht-epitheliale Tumore mit unsicherem malignem Potential. Die jährliche Inzidenz liegt bei 4-7/1Mio Menschen bzw. 0,68 pro 100000 Menschen. Reichardt geht von einer geschätzten Inzidenz von 10-20 pro 1Mio Einwohner aus. Im Folgenden berichten wir über eigene Erfahrungen bei 54 Patienten.

Material und Methoden: Zwischen 1/1998 und 3/2006 wurden 54 Pat. (18 ♀ und 36 ♂ Pat.) mit einem GIST behandelt. Das mittlere Alter lag bei 71 Jahren (Range 45 bis 88 J). Lokalisation der GIST: Magen (57%), Duodenum (11%), Jejunum (5,5%), Ileum (5,5%), Colon sigmoideum (3,7%), Rektum (1,8%), Ösophagus (3,7%), in 5,5% der Fälle war keine Organzuordnung möglich. 47 der 54 Pat. wurden primär operativ behandelt, in 4 Fällen wurde ein primär palliativer Ansatz gewählt, in 3 Fällen konnte der GIST endoskopisch entfernt werden. Bei 4 Pat. wurde eine adjuvante Therapie mit Glivec® eingeleitet.

Ergebnisse: 40% der GIST waren aufgrund von unspezifischen Beschwerden, meist Oberbauchschmerzen diagnostiziert worden. Bei 1 Pat. trat eine B-Symptomatik auf. 8 von 54 Fälle sind ohne klinische Symptomatik diagnostiziert worden. Bei 24 der 47 primär operativ behandelten GIST (59%) handelte es sich um Zufallsbefunde, 23 Pat. wurden primär wegen des GIST operiert. 21 der 24 Zufallsbefunde waren makroskopisch erkennbar, in 3 Fällen wurden die Tumore bei der histologischen Aufarbeitung erkannt. Die mittlere Tumorgröße lag bei 5,1 cm (Range: 0,3 - 35 cm). Bei symptomatischen Pat. lag diese bei 8,2 cm, bei Rezidivtumoren bei 10 cm. 74% der GIST waren CD117-positiv, 6% waren CD 117 negativ, 20% der Tumore wurden diesbezüglich nicht untersucht. 66% wurden als low bzw. very-low risk, 5,5% als intermediate risk und 27% als high risk GIST eingestuft. 8 Pat. wiesen bei ED Metastasen auf, wobei in 2 Fällen Lungenmetastasen ohne Sicherung eines Primärtumors diagnostiziert wurden. 3 der 8 Pat. mit Metastasen bei ED wurden palliativ behandelt. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 31 Monaten leben 37 der 54 Pat. (69%), 17 Pat. (31%) sind verstorben. 10 Pat. verstarben an den Folgen des GIST, 5 Pat. verstarben am Progress eines anderen Tumors, 1 Pat. aufgrund einer kardialen Begleiterkrankung, die Todesursache eines Patienten blieb unbekannt. 5 Pat. entwickelten ein Rezidiv nach Primär-OP, davon sind 2 Pat. an den Folgen des Rezidivs verstorben. Die übrigen 3 Pat. erhielten Glivec und sind derzeit noch unter Therapie. 1 Patientin wurde aufgrund des Rezidivs reoperiert. 80% der Rezidive lagen intraabdominell.

Schlussfolgerung: Die in der Literatur beschriebenen Verteilungshäufigkeiten der GIST wurde in dieser Untersuchung bestätigt. Nach Nilsson et al. (2005) liegt die Häufigkeit der GIST als Zufallsbefund bei 21%. In unserer Untersuchung lag die Häufigkeit der Zufallsbefunde mit 59% deutlich höher. Es wird zu klären sein, ob die Koinzidenz von GIST mit anderen Tumoren einen pathogenetischen Hintergrund hat. Die hier ermittelte Rezidivrate von 9,25% entspricht den Angaben anderer Autoren. Die histologische Untersuchung der Tumore der Pat. mit Rezidiv ergab eine höhere Proliferationsrate von durchschnittlich 8% im Vergleich zur Gesamtgruppe.