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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Heterotope Pankreastransplantation an der Maus: eine neue Technik zur Untersuchung des Ischämie-Reperfusion Schadens an einem Tiermodell

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Maglione - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • M. Hermann - Zentrum für Inselzelltransplantation, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • P. Hengster - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • S. Schneeberger - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • W. Mark - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • P. Obrist - Institut für Pathologie, Krankenhaus St. Vinzenz, Zams, Österreich
  • R. Margreiter - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
  • G. Brandacher - Klinische Abteilung für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7748

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch147.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Maglione et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Zahlreiche Modelle einer Pankreastransplantation an der Maus mit konventioneller Nahttechnik werden in der Literatur beschrieben, wobei sich jedoch aufgrund des Zeitaufwandes und der technischen Schwierigkeit keines durchsetzen konnte und breit angewendet wird. Aus diesem Grund entwickelten wir ein neues Modell der murinen Pankreastransplantation mittels der Cuff-Technik.

Material und Methoden: Als Spender-Empfänger Paare dienten 10 bis 12 Wochen alte männliche C57Bl6 Mäuse, die präoperativ durch Streptozotocin eine diabetogene Stoffwechsellage erlangten und am vierten Tag nach Verabreichung Pankreas transplantiert wurden. Empfänger Operation: Die rechte vena jugularis externa (VJE) sowie die rechte arteria carotis communis (ACC) werden zuerst freipräpariert und durchtrennt. Anschließend werden sie durch Polyethylen-Cuffs gezogen, darüber evertiert (VJE: Cuff-AD 0,94 mm; ACC: 0,63 mm) und mit 8-0 Seide fixiert. Organentnahme: Über eine mediane Laparotomie wird im Sinne einer no-touch Technik das Organ samt eines Aortensegments mit abgehenden truncus coeliacus und arteria mesenterica superior entnommen. Die venöse Drainage erfolgt über die Pfortader. Implantation: Das Organ kommt in die rechte Zervikalregion zu liegen. Durch Überziehen der Pfortader über die evertierte VJE wird die venöse Anastomose fertig gestellt. Gleiches geschieht mit dem Aortensegment des explantierten Pankreas und der ACC des Empfängers. Um die Eignung des Modells zur Untersuchung des Ischämie-Reperfusion Schadens zu testen, wurde die kapilläre Durchblutung des reperfundierten Organs nach verlängerter kalter Ischämie mittels intravitaler Fluoreszenzmikroskopie gemessen.

Ergebnisse: Die Überlebensrate betrug über 90%. Die Organentnahme nahm 40±5min Zeit in Anspruch, die Empfängerpräparation 20±4min und die Implantation 4 bis 6 min, sodass die Gesamtischämie des Pankreastranplantates 33±6min betrug. Es traten keine thrombembolische Komplikationen auf. Die präoperativ gemessene Hyperglykämie (518±59mg/dl) normalisierte sich bereits am ersten postoperativen Tag (88±13mg/dl). Histologisch zeigten sich 10 und 30 Tage nach Transplantation eine beinahe normale Inselzell- und Acinuszellmorphologie. Im Vergleich zur nicht-ischämischen Gruppe imponierten in der Gruppe mit der verlängerten kalten Ischämie signifikant eine reduzierte kapilläre Durchblutung sowie stärkere entzündliche Infiltrate, vermehrte interstitielle Ödembildung, Hämorrhagien und fokale Nekroseareale.

Schlussfolgerung: Bei diesem Pankreastransplantationsmodell handelt es sich um das erste mit Cuff-Technik durchgeführte Modell, dessen wesentliche Vorteile im geringen Zeitaufwand, in der geringen Anzahl thrombembolischer Komplikationen und in der hohen Überlebensrate liegen. Weiters eignet sich dieses Modell, pathophysiologische Prozesse sowie therapeutische Ansätze im Rahmen der Organpräservation, des Ischämie-Reperfusion Schadens und der Transplantatpankreatitis zu untersuchen.