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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Immunologische Unterschiede in Sentinel und Non-Sentinel Lymphknoten unter Berücksichtigung des Metastasierungsausmaßes

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Bembenek - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Buch im Helios-Klinikum Berlin
  • J. Li - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Buch im Helios-Klinikum Berlin
  • W. Haensch - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik am Max-Delbrueck-Zentrum für Molekulare Medizin
  • W. Kemmner - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik am Max-Delbrueck-Zentrum für Molekulare Medizin
  • C. Loddenkemper - Institut für Pathologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
  • H. Stein - Institut für Pathologie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
  • K.D. Wernecke - Institut für Medizinische Biometrie, Charité Universitätsmedizin Berlin
  • P.M. Schlag - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Buch im Helios-Klinikum Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7584

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch078.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Bembenek et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Sentinel (=Wächter-) Lymphknoten (SLN) als erster Ort der lymphatischen Metastasierung stellt ein vielversprechendes Modell für immunologische Studien dar. Erste Hinweise deuten darauf hin, daß der SLN insbesondere für die Funktion dendritischer Zellen (DC) als Initiatoren und Regulatoren der Immunantwort eine besondere Rolle spielt. Wir untersuchten SLN und Non-SLN hinsichtlich des Vorhandenseins reifer dendritischer Zellen (DC-lamp+) in Sentinel und Non-Sentinel Lymphknoten unter besonderer Berücksichtigung des Ausmaßes des metastatischen Befalls.

Material und Methoden: Paraffinschnitte von SLN und Non-SLN Patienten mit primärem Mammakarzinom wurden mittels Anti-DC-lamp-Antikörpern (Beckman-Coulter, Frankreich) unter Verwendung des Avidin–Biotin-Peroxidase-Komplex-Systems immunhistochemisch gefärbt. Dabei wurden 3 Patientengruppen gebildet: A: Kein Tumorzellbefall in SLN und NonSLNB: Kleine Tumorzellverbände, unterteilt in: isolierte Tumorzellen (B1) oder Mikrometastasen (B2) im SLN, Non-SLN tumorzellfrei; C: Makrometastase im SLN. Die von DC-LAMP+ Zellen eingenommene Fläche wurde elektronisch quantifiziert (Axio Imager, Zeiss, Jena). Verglichen wurden SLN und Non-SLN jeweils der gleichen Patienten (intraindividueller Vergleich) wie auch SLN und Non-SLN der unterschiedlichen Gruppen (interindividueller Vergleich) hinsichtlich der durch DC-lamp+-Zellen eingenommenen Fläche (Mann-Whitney-test, p<0,05 als signifikant).

Ergebnisse: 114 SLN und 1258 Non-SLN von 79 Patienten wurden untersucht. Dabei ergab sich eine signifikant höhere Anzahl DC-lamp-positiver Zellen in den SLN gegenüber den Non-SLN für die Patienten der Gruppen A (p=0,024) und B (p=0,009). Im Vergleich der Gruppen wies die Gruppe B2 gegenüber beiden anderen Gruppen eine signifikant erhöhte Zahle an DC-lamp+-Zellen sowohl in SLN (p=0,033 bzw. p=0,038) als auch Non-SLN auf (p=0,040 bzw. p=0,007).

Schlussfolgerung: Die DC-abhängige Immunantwort verändert sich in Abhängigkeit des Ausmaßes der Metastasierung. Bei tumorfreien Patienten und beim Vorhandensein kleiner Tumorzellabsiedelungen erscheint die DC-lamp+-vermittelte Immunantwort gegenüber Patienten mit Makrometastasen intensiviert. Dabei weist der der SLN gegenüber den Non-SLN eine signifikant höhere Zelldichte auf. Die Studie unterstreicht damit auch die besondere Rolle des SLN bei der lymphatischen Immunantwort.