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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Die Behandlung aortaler Erkrankungen des über 80-jährigen Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author T. Überrück - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Friedrich-Schiller Universität, Erlanger Allee 101, 07747 Jena, Deutschland
  • J. Zanow - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Friedrich-Schiller Universität, Erlanger Allee 101, 07747 Jena, Deutschland
  • U. Settmacher - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Friedrich-Schiller Universität, Erlanger Allee 101, 07747 Jena, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6761

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch010.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Überrück et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mit zunehmender Lebenserwartung der Menschen kommen immer häufiger Patienten höheren Alters mit Aortenerkrankungen zur Behandlung. Durch Fortschritte in den Anästhesieverfahren, in den operativen und insbesondere endovaskulären (EVAR) Techniken können auch Patienten über 80 Jahre an Erkrankungen der Aorta behandelt werden. Oft handelt es sich um eine Einzelfallentscheidung.

Material und Methoden: Retrospektive Analyse aller mindestens 80-jährigen Patienten, die aufgrund einer thorakalen Aortenläsion oder eines infrarenalen Aortenaneurysma (AAA) operativ im Klinikum der Friedrich-Schiller Universität vom 1.12005 bis 31.8.2006 behandelt wurden. Erkrankungen der Aorta ascendens mit notwendiger extrakorporaler Zirkulation wurden ausgeschlossen.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 82,9 Jahre (range 80-96). Die Geschlechtsverteilung war 13 zu 2 (Männer/Frauen). Alle thorakalen Aortenläsionen (n=3) wurden endovaskulär als Notfall versorgt (traumatische Aortenruptur n=1, rupturiertes Aortenulcus n=2). Es bestand in allen Fällen ein Hämatothorax links, welcher sekundär drainiert bzw. offen entlastet wurde. Ein Patient (traumatische Aortenruptur) verstarb 2 Monate später an den weiteren Unfallfolgen. Die anderen beiden Patienten erlangten eine Restitutio ad integrum. Bei 12 Patienten wurde ein AAA ausgeschaltet (endovaskulär – EVAR n=7, transperitoneal – offen n=5). Die Dringlichkeit der OP verteilte sich wie folgt: elektiv 6 (offen n=1, EVAR n=5), dringlich 2 (EVAR n=2) und im Stadium der Ruptur 3 Patienten (alle offen). 2 Patienten mit einem rupturierten AAA verstarben postoperativ im Multiorganversagen. Ein symptomatisches AAA wurde beim ältesten Patienten der Studie (96 Jahre) erfolgreich endovaskulär ausgeschaltet.

Schlussfolgerung: Trotz differenter Datenlage zur endovaskulären Aortenchirurgie sind Patienten im Alter von 80 Jahren und älter mit einem vertretbaren Risiko zu behandeln. Besonders in der akuten Aortenchirurgie kann die endovaskuläre Therapie die Mortalität senken.