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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Verletzungen der Halswirbelsäule bei Patienten mit Morbus Bechterew

Meeting Abstract

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  • corresponding author G. Pajenda - Universitätsklinik für Unfallchirurgie Wien
  • V. Vécsei - Universitätsklinik für Unfallchirurgie Wien

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5310

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch736.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Pajenda et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch die ausgeprägte Osteoporose und zunehmende Verknöcherung der Wirbelsäule bei Patienten mit M. Bechterew kann es bereits durch eine geringe Gewalteinwirkung zu einer Wirbelfraktur kommen.

Material und Methoden: Zwischen 1987 und 2002 wurden 15 Morbus Bechterew-Patienten wegen einer Halswirbelfraktur an unserer Klinik operativ versorgt. Das mittlere Lebensalter der Patienten betrug 62 Jahre (40 - 87). Beim Eintreffen in der Klinik hatten bereits sieben Patienten neurologische Ausfallserscheinungen (dreimal komplette Querschnittsläsion CVI, dreimal inkomplette Querschnittsläsionen CV, CVI und einmal radikuläre Läsion CV/VI). Radiologisch lagen bei allen Läsionen instabile Frakturen der ankylosierten Wirbelsäule vor allem im Bereich der unteren HWS vor. Die Frakturen wurden primär mittels Halo-Fixateur oder harter Schanz´scher Krawatte temporärer stabilisiert. Die operative Versorgung erfolgte in 5 Fällen innerhalb von 24 Stunden, in 8 Fällen innerhalb von sieben Tagen und in einem Fall aufgrund der Pseudoarthrosenbildung nach sechs Monaten. In zwei Fällen konnte die Fraktur mittels Halo-Fixateur ausbehandelt werden. Bei Frakturen mit dislozierten Knochenfragmenten in den Spinalkanal wurde der ventrale Zugang gewählt. Bei ausgeprägter Osteoporose wurde die Verwendung eines Fibulaspanes bevorzugt. Damit kann einerseits eine höhere Druckfestigkeit und anderseits einen besseren Halt für die Schrauben im Wirbelkörper erreicht werden.Die Zerreißen des dorsalen Ligamentenkomplexes und die Fraktur der hinteren Elementen im unteren HWS- Bereich führen zu einer massiven Instabilität mit Luxation bzw. Subluxation der Fraktur. Bei erhaltener Druckfestigkeit des Wirbelkörpers kann über den dorsalen Zugang durch eine langstreckige dorsale Stabilisierung (Platte, Stabsystem) falls nötig auch unter Einbeziehung des Occiputs eine ausreichende Stabilität erreicht werden. Ist aufgrund der massiven Osteoporose die Druckfestigkeit des Wirbelkörper nicht mehr gewährleistet, muss eine kombinierte ventrale intrakorporelle Spondylodese und eine dorsale Stabilisierung durchgeführt werden.

Ergebnisse: Bei drei Patienten konnte durch die Operation eine Verbesserung der neurologischen Defizite erzielt werden.Aufgrund der ausgeprägten Osteoporose und der krankheitsspezifischen Veränderungen der Wirbelsäule bei M. Bechterew-Patienten muss eine Wirbelfraktur auch nach einem Bagatelltrauma ausgeschlossen werden. Die konservative Therapie zeigte in unserem Patientengut kein zufriedenstellendes Ergebnis.

Schlussfolgerung: Die langstreckige Frakturstabilisierung und die Verwendung einer autologen Spongiosa bzw. eines corticospongiösen Spanes ist aufgrund der Ankylose und der ausgeprägten Osteoporose von entscheidender Bedeutung.