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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Rekonstruktionsverfahren nach Sarkomresektion im Kniegelenksbereich

Meeting Abstract

  • corresponding author D. Druecke - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie, Ruhr-Universität, BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
  • A. Daigeler - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie, Ruhr-Universität, BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
  • M. Lehnhardt - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie, Ruhr-Universität, BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
  • J. Hauser - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie, Ruhr-Universität, BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
  • H.U. Steinau - Universitätsklinik für Plastische Chirurgie, Ruhr-Universität, BG-Kliniken Bergmannsheil, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5037

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch728.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Druecke et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Inzidenz für das Auftreten von Sarkomen der Extremitäten ist im Bereich der unteren Extremität in der Oberschenkelregion am höchsten. Die häufigste Entität stellt das Liposarkom dar. Treten niedrig differenzierte Sarkome in der Kniegelenksregion auf, folgt der onkologiegerechten Resektion, im Vergleich zur Oberschenkelregion, aufgrund der anatomischen Gegebenheiten, meist eine aufwendige Rekonstruktion. Häufig liegt der Zustand nach auswärtiger R1-Resektion bei fehlgedeuteten Befunden vor. Nicht selten wird die Kniegelenkskapsel nicht geschont oder sogar intraartikuläre Explorationen vorgenommen.

Material und Methoden: In einem Zeitraum von 5 Jahren wurden in unserer Klinik an 37 Sarkompatienten Resektionen und Rekonstruktionen im Kniegelenksbereich durchgeführt. Das mittl. Alter betrug 50 Jahre (15-87). Die Entitäten verteilten sich wie folgt: Osteos. 16%, Lipos. 26%, MFH 16%, Leiomyos. 5%, CA 5%, Synovials. 12%, Ewings. 5%, Fibromatosen 5%, Myxofibros. 5%, Hämangioperiz. 5%. Folgende Rekonstruktionen wurden durchgeführt: Prothesen 9%, Gastroc. 52%, Gocht 15%, Lati. 9%, Borggreve 9%, prim. Verschl. 3%, Steigbügel 3%.

Ergebnisse: In allen Fällen konnte eine suffiziente Weichgewebsbedeckung und motorische Streckkompetenz erzielt werden. War der Extremitätenerhalt nicht möglich wurde eine Stumpfdistalisation durchgeführt. Der klinische Verlauf und die postoperativen Ergebnisse exemplarischer Fälle werden vorgestellt.

Schlussfolgerung: Gilt der Kniebinnenraum als kontaminiert muss die Kniegelenksresektion inklusive aller Recessus mit anschließender Rekonstruktion erfolgen. Ist eine Endoprothese nicht möglich, ist zur Stumpfdistalisation die Borggreve-Plastik in Erwägung zu ziehen. Im Falle der Möglichkeit der kniegelenkserhaltenden Operation, ist je nach Lokalisation eine primäre Streckerersatzplastik erforderlich. In erster Linie ist hier die Gocht-Plastik zu nennen. Bei Verlust der Patella oder deren Anteilen hat sich in der Vergangenheit die Weichgewebsrekonstruktion mittels Gastrocnemius-Lappenplastik bewährt, wobei der Sehnenspiegel zum Strecksehnenersatz eingesetzt werden kann.