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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Möglichkeiten und Ergebnisse der plastisch-chirurgischen Rekonstruktion nach Tumorentfernung im Wangenbereich

Meeting Abstract

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  • corresponding author R. Hierner - Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Universitätsklinikum Gasthuisberg, Katholische Universität Leuven
  • M. Stass - Onkologische Chirurgie, Universitätsklinikum Gasthuisberg, Katholische Universität Leuven
  • M. Garmyn - Dermatologie, Universitätsklinikum St. Raphael, Katholische Universität Leuven

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4421

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch724.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hierner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Für Diagnostik, Therapie und Nachsorge des malignen Melanoms hat sich ein multidisziplinäres dermato-onko-plastisches Vorgehen bewährt. Nach Resektion eines malignen Melanoms mit Sicherheitsabstand von 0,5 – 3 cm (in Abhängigkeit von der Tumordicke) kommt es zu ausgedehnten Defekten. Diese Defekte können auf den ästhetische Wangeneinheit begrenzt sein, oder auch angrenzende ästhetische Gesichtseinheiten betreffen.

Material und Methoden: Bei 20 Patienten wurde ein Gewebedefekt nach Entfernung eines malignen Melanoms im Bereich der ästhetischen Wangeneinheit plastisch-chirurgisch rekonstruiert. Die Operation erfolgte bei 9 Männer und 11 Frauen. Das Patientenalter betrug 42 – 83 Jahre. In einer retrospektiven klinischen Studie wurden folgende Kriterien untersucht: 1) Defektausdehnung, 2) Rekonstruktionsverfahren, 3) Sekundäreingriffe, 4) Art und Anzahl von Komplikationen, und 5) subjektive Patientenzufriedenheit.

Ergebnisse: Bei 12 Patienten lag der Defekt innerhalb der ästhetischen Wangeneinheit, bei 8 Patienten lag ein polyregionaler Defekt (2 x laterale Schläfeneinheit, 5x Augeneinheit, 1x Naseneinheit) vor. Die Defektrekonstruktion im Bereich der ästhetischen Wangeneinheit erfolgte bei 18 Patienten mithilfe von Varianten des cervico-faszialen Rotationslappens nach ESSER und mit einem Vollhauttransplantat bei 2 Patienten. Aufgrund der Veränderung der lateralen Haarlinie erfolgte bei 3 Patienten eine Laserepilation. Bei 5 Patienten traten operationwürdige Komplikationen auf; Bei einem Patient kam es im postoperativen Verlauf zu einer Blutung, die eine sofortige Revision notwendig machte. Eine partielle Lappennekrose trat bei 2 Patienten auf. Ein postoperatives Ektropium im Unterlidbereich trat bei 2 Patienten auf. 12 Patienten bewerteten das ästhetische Ergebnis als sehr gut, 5 als gut, 3 als befriedigend. Kein Patient war mit dem Endergebnis unzufrieden.

Schlussfolgerung: Grosse Wangendefekte können mithilfe des zervikofaszialen Wangenrotationslappens zuverlässig und ästhetisch ansprechend rekonstruiert werden. Die Vollhauttransplantation stellt die Therapie der 2. Wahl bei eingeschränkter Operabilität dar. Unter konsequenter postoperativer Narbentherapie kann bei Beachtung der Grenze der ästhetischen Wangeneinheit eine sehr wenig sichtbare Narbe im Gesichts- und kaudalen Halsbereich erzielt werden. Der Narbenverlauf im lateralen Halsbereich stellt den einzigen ästhetischen Nachteil der Lappenplastik dar. Die äusserst positive Bewertung des ästhetischen Ergebnisses durch die Patienten muss auch auf dem Hintergrund des hohen Leidensdruckes durch das maligne Melanom gesehen werden.