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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Genomische Analyse der Matrix Metalloproteinase 9 (MMP9) als potentieller ätiologischer Faktor spontaner Aortenaneurysmen

Meeting Abstract

  • corresponding author I. Hinterseher - Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
  • D. Krex - Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
  • H. Bergert - Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden
  • E. Kuhlisch - Institut für Klinische Biometrie, TU Dresden
  • H.D. Saeger - Klinik und Poliklinik für Viszeral-, Thorax und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4598

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch700.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hinterseher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Variante Genexpressionsmuster von Matrix-Metalloproteinasen (MMP) und Matrix-Metalloproteinasen-Inhibitoren (TIMP) in Aortenaneurysmawänden von Betroffenen im Vergleich zu Normalgewebe aus der Normalpopulation sind Hinweise, dass neben exogenen auch endogene Ursachen für sporadische Aortenaneurysmen bedeutsam sind. Durch ein Ungleichgewicht zwischen Proteinasen und Proteinasen-Inhibitoren kommt es zu einer vermehrten Proteolyse mit nachfolgender Schwächung der Gewebetextur. Besonders die Matrix Metalloproteinase 9 (MMP9) wurde in Aortenaneurysmawänden und im Serum von Patienten mit Aortenaneurysma mit erhöhter Aktivität gemessen. Jones et al. hat 2003 eine Assoziation des Promoter-Polymorphismus C-1562T bei einer Patientenpopulation aus Neuseeland mit dem Phänotyp Aortenaneurysma beschrieben. Das funktionell zu einer höheren Aktivität der MMP9 führende T-Allel war signifikant häufiger in der Patientengruppe nachweisbar. Ziel unserer Studie war es, durch eine komplette Sequenzanalyse der codierenden und der Promotorregion des MMP9 Genes neue Genvarianten zu identifizieren und den beschrieben signifikanten Unterschied in der Allelfrequenz des Polymorphismus C-1592T auch an einer deutschen Population von 50 Patienten mit Aortenaneurysma im Vergleich zu einer Kontrollgruppe zu zeigen.

Material und Methoden: Aus der DNA von 50 Patienten mit abdominalem Aortenaneurysma und 48 Personen aus der Normalbevölkerung wurden systematisch die codierende Region und Abschnitte der Promotorregion des MMP9 Genes sequenziert und miteinander verglichen. Es wurden dazu insgesamt 13 Primerpaare designt, jeder Genabschnitt wurde durch eine Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert, schließlich eine DNA-Sequenzierung nach Sanger mit anschließender Detektion auf dem automatischen Laserfluoreszenzsequenzierer (A. L. F. express™) durchgeführt. Jede erfolgte Sequenzierung wurde mit einer Referenz verglichen und ausgewertet.

Ergebnisse: Neben 11 beschriebenen Polymorphismen konnten 3 weitere Sequenzvarianten detektiert werden. Es erfolgte eine statistische Auswertung der Genotyp- und Allelfrequenzen mittels Odds Ratio, exaktem 95% Konfidenz Intervall und Vergleich der Gruppen mit dem Cochrane-Armitage trend Test. Die beschriebene Assoziation des T-Allels im Promoter-Polymorphismus C-1592T konnte an unserem Patientenkollektiv nicht bestätigt werden. Auch für die anderen detektierten Polymorphismen konnte keine Assoziation zum Phänotyp Aortenaneurysma gezeigt werden

Schlussfolgerung: Aufgrund von varianten Genexpressionsmustern der MMP9 in Aneurysmawänden, wurde in Vorarbeiten der Verdacht geäußert, dass die Entstehung sporadischer Aortenaneurysmen mit genetischen Varianten der codierenden Gene assoziiert ist. Es erfolgte eine Analyse des MMP9 Gens an 50 Patienten mit abdominalem Aortenaneurysma und einer Kontrollgruppe von 48 Personen aus der Normalbevölkerung. Drei noch nicht beschriebene Sequenzvarianten konnten detektiert werden. Die von Jones et al. beschriebene Assoziation im Promoter C-1592T für das T-Allel mit dem Phänotyp Aortenaneurysma in einer neuseeländischen Patientenpopulation konnte in unserer deutschen Patientenpopulation nicht gezeigt werden. Diese Studie zeigt damit die Schwierigkeiten der Reproduzierbarkeit von Assoziationsstudien.