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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Optimierung der Thrombolysetherapie nach thromboembolischem Schlaganfall

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Özcelik - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen
  • S. Kreischer - Klinik für Neurologie, Marienhospital Kevelaer
  • F. Stehling - Klinik für Neurologie, Marienhospital Kevelaer
  • F. Mennigen - Klinik für Neurologie, Marienhospital Kevelaer
  • E. Busch - Klinik für Neurologie, Marienhospital Kevelaer

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5594

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch697.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Özcelik et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Thrombolysetherapie mit rt-PA ist zu Zeit die einzige Akut-Therapie des Schlaganfalls mit nachgewiesener Evidenz. Nachteile dieser Therapie sind die erhöhten Raten intrazerebraler Blutungen und Blut-Hirn-Schranken-Störungen. In der vorliegenden Arbeit werden zum einen der protektive Effekt von Homocystein bei der Thrombolysetherapie und zum anderen Veränderungen der Fibrinolyseparameter (t-PA, PAI-1, Annexin II) im Gehirnparenchym und Serum nach Schlaganfall, Thrombolyse mit rt-PA und Homocystein-Co-Therapie untersucht. Das Homocystein hemmt indirekt die t-PA abhängige Plasminogenaktivierung.

Material und Methoden: Es wurden zwei Versuchsreihen mit insgesamt 68 Ratten durchgeführt, die nach artefiziell induziertem thromboembolischem Schlaganfall mit rt-PA bzw. rt-PA und Homocystein behandelt wurden. Die erste Versuchsreihe bestand aus vier Gruppen (10 Tiere: nur OP, 10 Tiere: OP+Schlaganfall, 10 Tiere: OP+rt-PA, 10 Tiere: OP+Schlaganfall+rt-PA). Die zweite Versuchsreihe bestand aus drei Gruppen (9 Tiere: OP+Schlaganfall+rt-PA, 10 Tiere: OP+Homocystein+Schlaganfall+rt-PA, 9 Tiere: OP+Schlaganfall+Homocystein+rt-PA). Die Konzentrationen der Fibrinolyseparameter im Serum wurden durch ELISA bestimmt. Die Gehirne wurden am Ende des Experiments entnommen und histologische aufgearbeitet. Intrazerebrale Blutungen, Infarktvolumen, Blut- Hirn- Schrankenstörungen und Verteilung der Fibrinolyseparameter im Hirnparenchym wurden durch histologische und immunhistochemische Färbungen untersucht.

Ergebnisse: Alle Fibrinolyseparameter konnten bei allen Tieren im Gefäß- und Ventrikelendothel nachgewiesen werden. In der ersten Versuchsreihe konnte t-PA bei den Schlaganfalltieren auch im Infarktareal nachgewiesen werden. Die Shamtiere zeigten im Parenchym kein t-PA Nachweis. Bei den Tieren, die mit rt-PA thrombolysiert wurden, konnte t-PA auch auf der kontralateralen Seite nachgewiesen werden. In der zweiten Versuchsreihe ist die Blutungshäufigkeit nach Thrombolyse mit rt-PA durch zusätzliche Homocysteingabe von 56% auf 6%gesunken, bei gleich bleibendem Infarktvolumen.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen erstmalig, dass t-PA nach thromboembolischem Schlaganfall auch im Parenchym, genauer gesagt im Infarktareal vermehrt gebildet wird und dass die Homocystein-Co-Therapie einen protektiven Effekt bei der Thrombolysetherapie mit rt-PA hat. Diese Erkenntnisse könnten in Zukunft von Bedeutung sein für die Optimierung der klinischen und präklinischen Thrombolysetherapie nach Schlaganfall.