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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Antigenpräsentierende plasmazytoide dendritische Zellen (PDC’s) sind systematisch angereichert in perithyreoidalen Lymphknoten bei Patienten mit einer Autoimmunthyreopathie vom Typ Morbus Basedow

Meeting Abstract

  • corresponding author I. Hassan - Klinik für Viszeral-,Thorax- und Gefäßchirurgie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg
  • A. Burchert - Klinik für Hämatologie, Onkologie und Immunologie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg
  • P. Barth - Institut für Pathologie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg
  • S. Hoffmann - Klinik für Viszeral-,Thorax- und Gefäßchirurgie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg
  • M. Rothmund - Klinik für Viszeral-,Thorax- und Gefäßchirurgie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg
  • A. Zielke - Klinik für Viszeral-,Thorax- und Gefäßchirurgie Univeristätsklinikum Giessen und Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5596

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch651.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hassan et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die häufigste extrathyreoidale Manifestation der Autoimmunthyreopathie vom Typ des M. Basedow (AIT-MB) ist die Endokrine Orbitopathie (EO). Die Veränderungen im Rahmen der EO werden als reaktive Folge der Autoimmunität verstanden. Ziel dieser Pilot-Studie war es zu untersuchen, ob plasmazytoide dendritische Zellen (PDC), die als antigenpräsentierende Zellen und Hauptproduzenten von alfa-Interferon eine Rolle bei der Entstehung von Autoimmunität, auch in die Pathogenese der GD und im speziellen der EO involviert sind.

Material und Methoden: In einer Serie von 6 aufeinander folgenden Patienten mit M. Basedow sowie 6 weitere Patienten mit Struma nodosa wurde zervikales Lymphknotengewebe im Rahmen der Schilddrüsenresektion entnommen. Gleichzeitig wurde von den Patienten 20ml Heparin- und Serum-Blut asserviert. Mittels BDCA-4 Beads wurden PDC aus den periphernen mononukleären Zellen (PBMC) angereichert. Gleichzeitig erfolgt die Isolation von mononukleären Zellen aus dem Lymphknoten (Op-Präparat). Direkt am Tag der Operation wurde das Material verarbeitet. Die Färbung der gewonnen MNC erfolgte mittels monoklonaler farbmarkierter Antikörper. Die Frequenzen und der Phänotyp von PDCs wurden durch FACS Analyse zur Bestimmung der entsprechenden Oberflächenantigenexpression gemessen (CD123-FITC, BCDA-2-PE). (normale Frequenz ca. 0.45% der PBMC und 0.2-0.3% im Lymphknoten).

Ergebnisse: In allen Patienten mit M. Basedow (mit oder ohne EO) fanden sich im Vergleich zu normalen Lymphknoten hoch signifikant erhöhte PDC Frequenzen in einzelnen entfernten regionären Lymphknoten des Halses (p<0,01). Höhere Lymphknoten-PDC (LK-PDC) Frequenzen zeigten sich auch im Verhältnis zu PDC-Frequenzen des peripheren Blutes (pB-PDC) normaler Spender (p<0,05). Bei den Basedow Patienten waren zudem Lymphknoten-PDC (LK-PDC) signifikant höher als die Anzahl der pB-PDC (p<0.01).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es im Rahmen der Basedow Erkrankung offensichtlich zu einer systematischen Anreicherung von PDC in den regionären Lymphknoten des Halses kommt, also im Abflussbereich von Schilddrüse und Orbita. Dies impliziert eine bisher nicht gekannte Rolle regionärer Lymphknoten als Ort der chronischen Stimulation des Immunsystems und zwar durch (auto-)antigenpräsentierende PDC.