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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Ist jede CT-morphologisch komplizierte Sigmadivertikulitis eine OP-Indikation? Vergleich von radiologischen und histologischen Befunden

Meeting Abstract

  • corresponding author K.O. Gundlach - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland
  • J.P. Ritz - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland
  • C. Reissfelder - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland
  • S. Engelmann - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland
  • M. Borchert - Radiologie & Nuklearmedizin, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland
  • H.J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Campus Benjamin Franklin Charité, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5335

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch608.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Gundlach et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei Nachweis einer komplizierten Sigmadivertikulitis wird heutzutage die Indikation zur OP gestellt. Hierfür ist die CT-Abdomen ein standardisiertes Diagnostikum. Seit langem wird die Korrelation zwischen CT-morphologischem und histopathologischem Befund diskutiert. Ziel dieser Studie ist es die histologischen Befunde mit den CT-morphologischen Befunden zu vergleichen und dadurch die OP-Indikation zu überprüfen.

Material und Methoden: Seit Januar 2002 haben alle Patienten mit dem klinischen Verdacht auf eine Sigmadivertikulitis ein Abdomen-CT mit rektaler KM-Füllung innerhalb von 12 Stunden nach stationärer Aufnahme erhalten. Anhand der Stadieneinteilung nach Hansen/Stock wurde bei komplizierter Divertikulitis die OP-Indikation gestellt. Bis Januar 2004 wurde das Ziel einer frühelektiven Operation (7-10 Tage nach antibiotischer Anbehandlung) verfolgt. Seit Januar 2004 wurden alle Patienten nach einer Rekonvaleszenz von 6-8 Wochen im entzündungsfreien Intervall operiert. Ausschlusskriterien waren: Notfalleingriffe, Patienten mit KM-Allergie.

Ergebnisse: Insgesamt 195 Patienten wurden zwischen 01.01.2002 und 30.06.2005 an einer komplizierten Sigmadivertikulitis operiert. 116 Patienten – mittleres Alter 57 Jahre (32-86) mit einer Verteilung von 53 weiblichen : 63 männlichen Patienten – wurden in die Auswertung mit CT-Befund und histologischem Befund aufgenommen. Tabelle 1 [Tab. 1].

Schlussfolgerung: 1. Die Abdomen-CT weist bei frühelektiver Operation die Tendenz auf, das histopathologische Stadium zu unterschätzen. 2. Die Abdomen-CT weist bei spätelektiver Operation die Tendenz auf, das histopathologische Stadium zu überschätzen. 3. Besonders bei dem Stadium IIa bringt die Operation im entzündungsfreien Intervall histologisch einen Rückgang der Entzündungsaktivität. Hier muss die OP-Indikation neu überdacht werden und anhand einer Studie überprüft werden.