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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Endotheliale PSGL-1 Expression in Sepsis und Colitis der Maus

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Vowinkel - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universitätsklinikum Münster, D-48149 Münster
  • K.C. Wood - Department of Molecular and Cellular Physiology, LSH Health Sciences Center, Shreveport, LA 71130-3932, USA
  • C. Anthoni - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universitätsklinikum Münster, D-48149 Münster
  • N. Senninger - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universitätsklinikum Münster, D-48149 Münster
  • D.N. Granger - Department of Molecular and Cellular Physiology, LSH Health Sciences Center, Shreveport, LA 71130-3932, USA
  • C.F. Krieglstein - Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie, Universitätsklinikum Münster, D-48149 Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4872

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch597.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Vowinkel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: P-Selektin ist ein zentrales Zelladhäsionsmolekül, das bei der Rekrutierung zirkulierender Leukozyten in Entzündungsläsionen wie z.B. bei experimenteller Colitis von wesentlicher Bedeutung ist. Sein Ligand, das P-Selektin-Glykoprotein-Ligand-1 (PSGL-1) Molekül dagegen konnte bislang vornehmlich auf zirkulierenden Leukozyten und Thrombozyten gefunden werden. Ziel dieser Untersuchung war der Nachweis und die Quantifizierung der Expression von PSGL-1 unter physiologischen und Entzündungsbedingungen auf Endothelzellen verschiedener Organe.

Material und Methoden: In zwei unterschiedlichen Tiermodellen, der Lipopolysaccharid (LPS) –induzierten Sepsis und der Dextran Sulphate Sodium (DSS) Colitis wurde mit Hilfe radioaktiv markierter monoklonaler Antikörper die endotheliale Expression von PSGL-1 im Dickdarm sowie in weiteren Gefäßbetten, wie Lunge, Leber, Nieren, Dünndarm und Gehirn quantifiziert. Gesunde Wildtyp (Wt) -Mäuse (C57Bl/6J) sowie PSGL-1 knockout Tiere und chimäre Mäuse, die kein PSGL-1 auf den zirkulierenden Blutzellen besitzen, dienten als Kontrollen. Zur Induktion der Sepsis erfolgte eine intraperitoneale Injektion von LPS, zur Induktion der experimentellen Colitis erhielten Wt-Tiere mit dem Trinkwasser 3% Dextran Sulphate Sodium (DSS) über 7 Tage. Die statistische Auswertung erfolgte mit ANOVA/Fisher’s post-hoc Test (P<0.05).

Ergebnisse: Gesunde Kontrolltiere zeigten im Vergleich zu PSGL-1 knockout Tieren in nahezu allen untersuchten Organen eine signifikant höhere basale Expression von PSGL-1. 4 Stunden nach der Sepsisinduktion mit LPS war die PSGL-1 Expression unter anderem im Dickdarm sowie in Dünndarm, Niere und Gehirn signifikant im Vergleich zu den Kontrolltieren erhöht. Die PSGL-1 Expression war nicht Neutrophilen assoziiert, da eine Behandlung mit anti-Neutrophilen Serum eine mit der Sepsis vergleichbare PSGL-1 Expression in neutropenen Tieren zeigte. Chimäre Mäuse, die kein PSGL-1 auf den zirkulierenden Blutzellen besitzen, exprimierten ebenfalls PSGL-1 in zahlreichen Organen und damit auf dem Gefäßendothel. DSS-behandelte Wt-Mäuse zeigten im Vergleich zu Kontrolltieren eine signifikante Erhöhung der PSGL-1 Expression im Dickdarm sowie in Leber, Lunge und Gehirn.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen eine physiologische basale Expression von PSGL-1 im Gefäßbett verschiedener Organe. In beiden Entzündungsmodellen fand sich eine signifikante Erhöhung dieser Expression. Daraus folgern wir, dass nicht nur P-Selektin, sondern auch sein endothelständiger Ligand PSGL-1 eine wichtige Rolle in der Pathogenese der akuten Entzündung spielt. PSGL-1 konnte als ein potentielles Zielmolekül für eine anti-inflammatorische Therapie identifiziert werden (unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft Ref.# VO 998/1-1 und das National Institute of Health Ref.# DK65649).