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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Langzeitverlauf nach Arthrodese des OSG infolge einer posttraumatischen Arthrose – Ergebnisse nach mehr als 20 Jahren

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Schofer - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Duisburg
  • H.R. Kortmann - Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Duisburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4435

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch576.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Schofer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Welche Langzeitergebnisse können mit einer Arthrodese des OSG nach mehr als 20 Jahren erwartet werden?

Material und Methoden: Retrospektive Untersuchung von 18 Patienten (17 Männer, 1 Frau) mit einer Arthrodese des OSG infolge einer posttraumatischen Arthrose nach mehr als 20 Jahren (20-33 Jahre). Es wurde eine Anamnese mit Erheben der Daten für den SF-36-Gesundheitsfragebogen des Medical Outcomes Trust (deutsche Version, Bullinger 1998), die visuelle Analogschmerzskala, klinische und röntgenologische Untersuchung durchgeführt.

Ergebnisse: Die Nachuntersuchung der im Durchschnitt 61 (±8) Jahre alten Patienten erfolgte im Mittel 23 Jahre (20–33 Jahre) nach Arthrodesenoperation. Das Patientenalter zum Zeitpunkt der Arthrodesenoperation betrug 37 (±8) Jahre. Die Operation erfolgte durchschnittlich 6 Jahre nach dem Unfall.Ein Spitzfuß von 5°-10° wurde bei 7 Patienten und von 11°-20° bei 8 Patienten nachgewiesen. Die Beweglichkeit im Vorfuß war bei 14 Patienten um bis zu 50% eingeschränkt. Anschlussarthrosen waren bei 11 Patienten subtalar (61%) und 9 Patienten talonavicular (50%) nachweisbar. Die visuelle Analogschmerzskala ergab im Durchschnitt 2,9 (±1,8) Punkte.Den bisherigen Beruf führten 9 Patienten mit der Arthrodese weiter aus, bei 8 handwerklich tätigen Patienten wurde eine Umschulung erfolgreich durchgeführt, 1 Dachdecker wurde wegen Begleitverletzungen (Polytrauma) vorzeitig berentet.Die Analyse der gesundheitsbezogenen Lebensqualität mit dem SF-36-Score ergaben im Vergleich von Arthrodesengruppe mit einer alters- und geschlechtsentsprechenden Bevölkerungsreferenzgruppe keine statistische Differenzen in der körperlichen Rollenfunktion (63 vs. 79 Pkt., p = 0,154), der allgemeinen Gesundheitswahrnehmung (57 vs. 61 Pkt., p = 0,422), der Vitalität (62 vs. 63 Pkt., p = 0,899), der sozialen Funktionsfähigkeit (91 vs. 89 Pkt., p = 0,154) und dem psychischen Wohlbefinden (80 vs. 77 Pkt., p = 0,601). Bei der körperlichen Funktionsfähigkeit (77 vs. 82 Pkt., p = 0,018), den körperlichen Schmerzen (56 vs. 75 Pkt., p = 0,002) und der emotionalen Rollenfunktion (52 vs. 91 Pkt., p = 0,001) wiesen die untersuchten Patienten signifikante Defizite auf (Wilcoxon-Vorzeichen-Rangsummentest).

Schlussfolgerung: Bei korrektem operativen Vorgehen und Anwendung eines funktionellen Konzepts können gute Langzeitergebnisse mehr als 20 Jahre nach Arthrodese des OSG infolge einer posttraumatischen Arthrose erwartet werden. Die Patienten sind zufrieden, emotional ausgeglichenen, im Sozialleben nicht benachteiligt und fühlen sich überraschenderweise nicht mehr behindert als eine vergleichbare Bevölkerungsgruppe. Die Patienten sind jedoch bei Alltagstätigkeiten und körperlicher Arbeit schmerzbedingt beeinträchtigt.