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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Einfluß von VEGF auf die Reendothelialisierung nach mikrochirurgischer Gefäßanastomose

Meeting Abstract

  • corresponding author S. Hollenberg - Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • D. Grimm - Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • P. Koßmehl - Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • M. Shakibaei - Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • M. Paul - Institut für Klinische Pharmakologie und Toxikologie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • M. Infanger - Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5728

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch535.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hollenberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Verlust des Endothels, wie er nach Gefäßverletzungen, mikrochirurgischen Transplantationen, Replantationen und rekonstruktiven Eingriffen auftritt, geht einher mit einer erhöhten Thrombosegefahr, Muskelzellproliferation und Neointimabildung. Diese Prozesse führen häufig zur Stenosenbildung und Gefäßverschluss. Es ist klinisch sehr wichtig eine schnelle und fast perfekte Regeneration des Endothels nach mikrochirurgischer Anastomosierung zu erreichen, um so die Überlebensrate des replantierten oder transplantierten Gewebes zu verbessern.Die Kinetik der Reendothelialisierung (rET) nach mikrochirurgischer Anastomosierung von Gefäßen ist bisher noch nicht ganz verstanden. Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) ist einer der potentesten Mediatoren der vaskulären Regulation von Angiogenese und Gefäßpermeabilität (Bates et al., 2003; Ferrara, 2000; Ferrara et al., 2003; Ferrara, 2001). Das Ziel der vorliegenden Studie ist festzustellen, ob die lokale Gabe von VEGF die Reendothelialisierung nach mikrochirurgischer Anastomose verbessert und den Einfluss von VEGF auf die vaskulären Remodelling Prozesse in Gefäßen mit und ohne VEGF.

Material und Methoden: Zu diesem Zweck wurden in einem standardisierten Modell der Gefäßanastomose an der Ratte 40 Ratten operiert nach dem sie in 4 Gruppen eingeteilt wurden und danach randomisiert wurden in die Gruppe mit VEGF Behandlung oder die Gruppe mit NaCl Behandlung. Die Femoralarterien wurden dann zu definierten Zeitpunkten entnommen, untersucht und mit einander verglichen: 1. Tag 0 ohne VEGF2. Tag 0 mit VEGF3. Tag 5 ohne VEGF4. Tag 5 mit VEGF5. Tag 10 ohne VEGF6. Tag 10 mit VEGF. Zu jedem Zeitpunkt wurden die rechte Femoralarterie ohne Anastomose und die linke Femoralarterie mit Anastomose entnommen.Durch die histologischen, elektronenmikroskopischen und immunhistochemischen Untersuchungen soll festgestellt werden, ob die lokale Applikation von VEGF am anastomosierten Mikrogefäß die Reendothelialisierung fördert und/oder beschleunigt, die Thrombosegefahr, Intimahyperplasie und Adventitiahyperplasie reduziert.

Ergebnisse: Die elektronenmikroskopische Darstellung zeigte die komplette Reendothelialisierung 10 Tage postoperativ in den mit VEGF behandelten Gefäßen im Gegensatz zu den mit NaCl behandelten Gefäßen, die Defektheilung aufwiesen. Osteopontin, Kollagen TypI und III waren signifikant erhöht am 10. postoperativen Tag in VEGF behandelten Gefäßen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Ebenso war Fibronectin durch VEGF signifikant erhöht am 10. postoperativen Tag nach dem ein deutlicher Anstieg von Tag 0 bis 10 Tag nachzuweisen war. Am 5. postoperativen Tag war in den mit VEGF behandelten Gefäßen eine komplette Reendothelialisierung eingetreten mit abgeschlossenem vaskulärem Remodelling Prozeß. Im Vergleich hierzu zeigten die Kontrollgefäßen eine Defektheilung.

Schlussfolgerung: VEGF erhöht die extrazellulären Matrixproteine Osteopontin, KollagenI und III, Osteopontin und Fibronectin. Intraluminale Gabe von VEGF führt zu einer schnelleren und vollständigen Reendothelialisierung nach mikrochirurgischen Gefäßanastomaosen. Die schnelle Wiederherstellung des Endothels ist klinisch extrem wichtig zur Vermeidung von Komplikationen nach mikrochirurgischen Gefäßnähten bei Replantationen, Transplantationen und rekonstruktiven Eingriffen.