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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Der c-Jun-terminale Kinase Inhibitor hemmt das Pankreaskarzinomwachstum

Meeting Abstract

  • corresponding author A.K. Winkler - Abteilung für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Ulm, Steinhövelstr.9, 89075 Ulm
  • Z. Liu - Abteilung für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Ulm, Steinhövelstr.9, 89075 Ulm
  • D. Henne-Bruns - Abteilung für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Ulm, Steinhövelstr.9, 89075 Ulm
  • M. Kornmann - Abteilung für Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universität Ulm, Steinhövelstr.9, 89075 Ulm

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4807

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch523.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Winkler et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Pankreaskarzinomwachstum wird durch vielfältige autokrine und parakrine Wachstumssignale im Vergleich zu vielen anderen malignen Erkrankungen stimuliert. Für die Signaltransduktion dieser Stimuli spielen die mitogen-aktivierten Proteinkinasen (MAPK) eine zentrale Rolle. Bisher am besten charakterisiert wurden die extrazellulär Signal-regulierten Kinasen (ERK-1 und ERK-2). Über die Rolle der c-Jun-terminalen Kinase (JNK), die Rolle für die Signaltransduktion mitogener Signale im Pankreaskarzinom und deren Bedeutung für die Zellproliferation ist bisher nur wenig bekannt. Ziel der Arbeit war einerseits die Charakterisierung des Effektes von Wachstumsfaktoren auf die Aktivität der JNK in kultivierten Pankreaskarzinomzellen sowie andererseits der Effekt des JNK-Inhibitors SP600125 auf das Pankreaskarzinomzellwachstum.

Material und Methoden: Der Effekt der Wachstumsfaktoren IGF-I, EGF und FGF-2 auf das Wachstum von Pankreaskarzinomzellen wurde mittels MTT-Wachstumsassay bestimmt. Der Effekt von IGF-I, EGF und FGF-2 auf die Aktivierung der JNK wurde mittels JNK-Präzipitation untersucht, gefolgt von einem nicht-radioaktiven JNK in vitro-Aktivitätsassays. Der Effekt des JNK-Inhibitors SP600125 auf das Wachstum von kultivierten Pankreaskarzinomzelllinien wurde mittels MTT-Assay und Zellzählung bestimmt.

Ergebnisse: IGF-I, EGF und FGF-2 führten zu einer signifikanten Steigerung der Zellproliferation in MIA PaCa-2- und PANC-1-Zellen. Sowohl IGF-I als auch EGF führten zu einer starken Aktivierung von JNK, während der Effekt von FGF-2 auf die JNK-Aktivierung nur mäßig ausgeprägt war. Zellwachstumsanalysen von 6 Pankreaszelllinien ergaben eine signifikante dosis-abhängige Inhibition des Wachstums in allen Zelllinien. In MIA PaCa-2-, T3M4- und COLO-357-Zellen wurde das Wachstum um 25-40% durch 10µM SP600125 gehemmt, während bei ASPC-1, CAPAN-1 und PANC-1 höhere Konzentrationen für eine signifikante Hemmung benötigt wurden. Der Effekt von IGF-1 und EFG auf die Zellproliferation von MIA PaCa-2-Zellen konnte durch SP600125 teilweise aufgehoben werden.

Schlussfolgerung: JNK-Aktivierung beeinflußt die Vermittlung proliferativer Signale in Pankreaskarzinomzellen und kann durch SP600125 gehemmt werden. Der JNK-Inhibitor SP600125 kann das Wachstum von Pankreaskarzinomzellen hemmen. Zukünftig könnten pharmakologische Inhibitoren von mitogen-aktivierten Proteinkinasen eine bedeutende Rolle in der Therapie des Pankreaskarzinoms spielen.