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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Eine klinische Klassifikation der Chronischen Pankreatitis

Meeting Abstract

  • corresponding author M.E. Martignoni - Chirugische Klinik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • S. Kahl - Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universität Magdeburg, Magdeburg, Deutschland
  • P. Malfertheiner - Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universität Magdeburg, Magdeburg, Deutschland
  • H. Friess - Chirugische Klinik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • M.W. Büchler - Chirugische Klinik, Universität Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5663

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch492.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Martignoni et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die chronische Pankreatitis (CP) ist eine heterogene Erkrankung, die in verschiedenster Ausprägung auftreten kann. Rezdivierende Schmerzen sind das Leitsymptom. Mit anhaltender Dauer der CP kommt es schließlich zur progredienten endokrinen (Diabetes) und/oder exokrinen Insuffizienz (Fettstühle). Komplikationen wie Gallengangsstenosen, Milzvenenthrombose etc. können in jedem Stadium der Erkrankung auftreten. Obwohl bereits viel über die molekularen Mechanismen der CP bekannt ist, ist das Behandlungsregime der CP nach wie vor uneinheitlich. Evidenz basierte Behandlungskonzepte fehlen nicht zuletzt auch wegen nur im geringen Masse vorhandener Möglichkeiten des Vergleichs der therapeutischen Optionen und des Outcomes der Patienten.

Material und Methoden: Ziel dieser Studie war es eine neue auf klinischen Fakten basierende einfache Klassifikation der CP (Berner Klassifikation, Tabelle 1 [Tab. 1]) auf ihre Validität und auf Eignung im klinischen Alltag und bei Studien zu überprüfen. In die Studie wurden zum einem 233 operativ behandelte Patienten (Zeitraum 10/2001 – 12/2004) und 111 in diesem Zeitraum konservativ behandelte Patienten mit CP eingeschlossen.

Ergebnisse: Von den 233 chirurgischen Patienten war bei 30 Pat. kein vollständiges Follow-up möglich. Somit konnten insgesamt 203 Pat. (87%) nachgesorgt und klassifiziert werden. In der Gruppe der CP Patienten mit konservativer Therapie konnten 100% mit einer medianen Follow-up Zeit von 3 Jahren untersucht werden. Bei den operativ behandelten Patienten war neben Schmerzen auch das Auftreten von Komplikationen der CP eine Indikation zur Operation und somit wurden die meisten Patienten (68%) im Stadium B operiert. Ein halbes Jahr nach der OP waren 30% (präoperativ 0%) der Patienten asymptomatisch (Stadium 0), 23% (präoperativ 6,3%) im Stadium A und 44% im Stadium C (endokrine und/oder exokrine Insuffizienz) dies entspricht 18% mehr als präoperativ. Im Verlauf des Follow-up über 3 Jahre traten ½ jährlich bei ± 4% der Patienten erneut Komplikationen der CP auf. Die Klassifikation konnte bei allen Patienten angewandt werden und spiegelte den natürlichen Verlauf der chronischen Pankreatitis wieder. Aufgrund der klinischen Evaluation der Berner Klassifikation wurden zudem 2 Veränderungen bei der Subklassen-Einteilung der Klassifikation vorgenommen.

Schlussfolgerung: Die Berner Klassifikation der CP ist ein einfach anzuwendendes Instrument für den klinischen Alltag. Sie enthält klinische als auch morphologische Parameter der CP und kann ebenfalls als ein verlässliches Instrument für die Durchführung von klinischen Studien dienen.