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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die Anatomie der chirurgischen Migränetherapie

Meeting Abstract

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  • corresponding author T. Muehlberger - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland
  • J. Blazek - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland
  • J. Eichhorn-Sens - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4627

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch478.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Muehlberger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die transpalpebrale Resektion der Mm. corrugator supercilii und depressor supercilii stellt eine neue Therapieform der Migräne dar. Die Muskulatur am superomedialen Orbitarand kann durch hyperaktive Kontraktilität zu einer peripheren Kompression des N. supratrochlearis führen und als Trigger-Areal zu einer neurogenen Entzündung führen, die die Migränesymptomatik initiiert. Um detaillierte Kenntnisse über die anatomische Anordnung und Variabilität der Strukturen im Glabella-, Stirn- und Augenbrauenbereich vor Beginn einer prospektiven, klinischen Studie zu erlangen, wurde eine Dissektionsstudie an Leichenpräparaten durchgeführt.

Material und Methoden: An fünf frischen, nicht-fixierten Köpfen wurde durch eine Oberlidinzision eine Dissektion der Schicht zwischen M. orbicularis oculi und orbitalem Septum zur Darstellung der Mm. corrugator und depressor ausgeführt. Das Haut- und Unterhautgewebe wurde anschließend entfernt, wobei die supracanthalen Ursprungs- und dermalen Insertionspunkte der Muskeln markiert wurden. Die Muskulatur wurde nach Präparation der neurovaskulären Versorgung vermessen. Die Verläufe der Nn. supraorbitalis und supratrochlearis wurden vom Stirnbereich bis in die Orbita verfolgt.

Ergebnisse: Im superomedialen Orbitabereich befinden sich 3 Gruppen paarig angeordneter, in enger Beziehung zueinander stehender Muskeln, die in die oberflächlichen Mm. frontalis und procerus, mittleren M. orbicularis und tiefe Mm. corrugator und depressor supercilii eingeteilt werden können. Der Corrugator ist ein ca. 4.5 cm langer, pyramidenförmiger Muskel, der tief und lateral des Depressor oberhalb des medialen Canthus entspringt und lateral des Austritts des N. supraorbitalis über der Augenbraue in der Dermis inseriert. Zuvor durchwandert der Corrugator die Mm. orbicularis und frontalis sowie ein subgaleales Fettkissen. Masse und Länge des Muskels sind sehr variabel. Der N. supratrochlearis durchtritt den Muskel, der N. supraorbitalis liegt unter dem Corrugator. Es findet sich eine Doppelinnervation des Corrugators von medial und lateral durch Äste des N. facialis. Der M. depressor ist ein eigenständiger Muskel, der ca. 5 mm lang ist, und am Ursprung 1 oder 2 Köpfe besitzt, die vor der A. angularis verlaufen.

Schlussfolgerung: Die Kenntnis der komplexen Schichtanordnung der auf die Glabella wirkenden Muskulatur und der in Verbindung stehenden subgalealen und präseptalen Fettkissen erlauben die transpalpebrale Identifizierung und Resektion der Mm. corrugator und depressor unter Schonung des N. supratrochlearis. Die Verläufe der relevanten Nerven zeigen eine starke Variabilität. Die Doppelinnervation des M. corrugator verlangt dessen komplette Resektion statt einer einfachen Durchtrennung.