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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die transpalpebrale Corrugator-Resektion als Migränetherapie: Eine prospektive Studie

Meeting Abstract

  • corresponding author T. Muehlberger - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland
  • J. Blazek - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland
  • J. Eichhorns-Sens - Abteilung für Plastische/Handchirurgie, Park-Klinik Weißensee, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4625

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch477.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Muehlberger et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Ziel dieser prospektiven Studie ist die Untersuchung der Auswirkungen der chirurgischen Ausschaltung perikranieller, muskulärer Triggerbereiche auf die Migränesymptomatik. Die transpalpebrale Resektion der Corrugatoren führt zu einer anhaltenden Dekompression der Nn. supratrochleares und supraorbitales. Dieser Effekt kann zu einer Reduzierung der sensorischen Hyperaktivität der perivaskulären-trigeminalen Nozizeptoren bei Migränepatienten führen.

Material und Methoden: Nach der klinischen Identifizierung individueller Triggerpunkte wurde bei 92 Patienten Botox in die Mm. corrugatores injiziert (jeweils 25 U). 74 dieser Patienten zeigten eine deutliche Symptomverbesserung. An 70 dieser 74 Patienten wurde eine transpalpebrale Corrugator-Resektion durchgeführt (62 w / 8 m; Alter 24-62). Messparameter waren Attackenfrequenz, Schmerzintensität, Anzahl der Tage des Arbeitsausfalls und Veränderungen des Medikamentenkonsums. Die Patienten wurden gemäß der Schwere der Migräne in 4 Gruppen eingeteilt. Der postoperative Nachuntersuchungszeitraum war ein Jahr. Die Ergebnisse wurden mit zuvor ermittelten Baseline-Werten verglichen. Die Migräne aller Patienten wurde von einem Neurologen nach IHS-Kriterien diagnostiziert.

Ergebnisse: 32 % der Patienten erreichten eine komplette Remission. 52 % der Patienten erzielten eine Verbesserung von mehr als 50 % ihrer Symptome. Bei 16 % zeigten sich entweder nur geringgradige Verbesserungen (weniger als 50 %) oder keine Veränderungen im Vergleich zu dem präoperativen Status. Geringfügige Komplikationen traten bei 3 Patienten auf. Hohes Alter, Medikamentenabusus und eine schwere Ausprägung der Migräne waren negative prognostische Indikatoren für die langfristigen Operationsergebnisse. Die Anzahl der durch Migräne verursachten Arbeitsausfalltage verringerte sich um 76 %, der Triptankonsum ging um 84 % zurück.

Schlussfolgerung: Die Chemodenervation der Mm. corrugatores mit Botox ist ein valider prognostischer Indikator für die Erfolgswahrscheinlichkeit der Operation. Die transpalpebrale Corrugator-Resektion ist ein ungefährlicher Eingriff der ambulant durchgeführt werden kann. 84 % der Patienten dieser Studie erreichten eine signifikante Verbesserung ihrer Lebensqualität. Migränepatienten mit schweren und langandauernden Symptomen haben eine beschränkte Aussicht auf eine Besserung und stellten 92 % der Gruppe die eine nur geringfügige Veränderung ihrer Symptomatik erzielten.