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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Laparoskopisch ventrale Thal Hemifundoplikatio mit intraoperativer Gastroskopie beim gastroösophagealen Reflux (GÖR) des Kindes - prospektive Studie über 12 Jahre

Meeting Abstract

  • corresponding author K. Schaarschmidt - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • A. Kolberg-Schwerdt - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • M. Lempe - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • M. Schlesinger - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • U. Jaeschke - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • L. Pietsch - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4859

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch465.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Schaarschmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Hemifundoplikatio hat sich als Operationsverfahren des gastroösophagealen Reflux (GÖR) besonders bei behinderten Kindern und ösophagealen Motilitätsstörungen bewährt, weil die Kinder postoperativ aufstoßen können und Dysphagien mit 1-2% sehr selten sind. Wir verwenden die ventrale Hemifundoplikatio deshalb seit 3/93 als Standardverfahren beim GÖR.

Material und Methoden: Methodik: 3/1993-3/2005 wurden bei 116 Kindern von 6,8±5,8 Jahren (6Wo-17,6J) laparoskopisch ventrale Thal Hemifundoplikationen durchgeführt und die Verläufe prospektiv erfasst. Die Indikation wurde gesichert durch 24h pH-Metrie, Ösophagogastroskopie/Biopsie meist auch Magendarmpassage/Szintigraphie und erfolglose konservative Therapie >6 Monate. Intraoperativ wurde nach maximaler Mobilisation gastrokopisch/laparoskopisch die intraabdominale Ösophaguslänge gemessen (Awad et al.), die beim Säugling 2 cm beim Schulkind 4 cm deutlich überschreiten soll. 27 behinderte Kinder erhielten simultan eine laparoskopische Button-Gastrostomie.

Ergebnisse: Drei Konversionen (2,6%) waren erforderlich wegen Ösophagusperforation/Adhäsionen beim Rezidiv bzw. Leckage der Gastrostomie: Nach 0,3-12,1 Jahren (Mittel 4,8 ± 3,9 J) hatten 6/89 (6,7%) behinderte Kinder Symptome (drei nach 2.Thal OP beschwerdefrei) 4 (4,8%) zeigten ohne Klinik pH-metrisch Reflux > 4 % - dagegen waren alle 27 normalen Kinder beschwerdefrei, alle Kinder konnten spätestens nach 3 Monaten aufstoßen. Ein Kind hatte eine letale Speichelaspiration, fünf weitere Kinder verstarben nach 2-15 Monaten an Pneumonien zu Hause alle 6 waren schwerstbehindert. Die Gesamtrezidivrate lag somit bei 5,5 % (6/110) und ließ sich durch Re-OP auf 2,7% (3/110) senken. Bei 11 laparoskopischen Rezidivoperationen (1-5 offene Nissen-Vorops.) sanken die Refluxindizes von 52,8 % ± 23,1% (17-81,8%) auf 2,1%±2% (0,1-5%) nach 12-48 Mo.

Schlussfolgerung: Die laparoskopische Thal Hemiplikatio ist beim GÖR des normalen Kindes ein sicheres und effektives Verfahren auch im Säuglingsalter und wiederholten Rezidiveingriffen nach offener Voroperation. Bei schwerst mehrfachbehinderten Kindern kann unter strenger Indikationsstellung Ernährung und Pflege der Kinder erheblich verbessert werden, das perioperative und postoperative Risiko ist aber deutlich erhöht. Die interaoperative Gastroskopie erleichtert die Ösophaguslokalisation beim Rezidiv und erlaubt eine intraoperative Schweregradabschätzung und Erfolgskontrolle.