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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Operatives Management tracheobronchialer Verletzungen

Meeting Abstract

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  • corresponding author S. Eggeling - Abt. Thoraxchirurgie, Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Freiburg
  • S. Korom - Abt. Thoraxchirurgie, Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Freiburg
  • B. Passlick - Abt. Thoraxchirurgie, Chirurgische Klinik, Universitätsklinikum Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5514

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch424.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Eggeling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tracheobronchiale Verletzungen treten im Rahmen schwerer stumpfer Thoraxtraumata sowie auch bei penetrierenden Thoraxtraumen auf. Nach der Sicherung der Atemwege und ggf. Entlastung von Spannungspneumothoraces ist bei Diskontinuitätsverletzungen sowie bei größeren Defektläsionen die sofortige operative Intervention unumgänglich.

Material und Methoden: In der thoraxchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg wurden seit 1.1.2004 11 Patienten mit o.g. schweren Tracheobronchialverletzungen versorgt. In allen Fällen bestanden schwere Begleitverletzungen wie Rippenserienfrakturen mit Lungenkontusion (n=9), Ösophagusverletzungen (n=2), Schädel-Hirn-Traumata (n=4) sowie Frakturen des Achsenskeletts (n=3) und der Extremitäten (n=2). Tracheale Rekonstruktionen (Debridement, Resektion, Anastomose) wurden bei 4, bifurkale Rekonstruktionen bei 3 und Rekonstruktionen der Haupt- und Lobärbronchien bei 4 Patienten durchgeführt. Das Patientenalter lag zwischen 4 und 68 Jahren.

Ergebnisse: 9 Patienten wurden postoperativ zwischen 4 und 72 Tage beatmet, Hauptkomplikation war die nosokomiale Pneumonie bei Lungenkontusion (n=8). 10 Anastomosen heilten primär, 1 Patient wurde wegen einer Anastomoseninsuffizienz revidiert, wobei nach ursprünglich kompletter Bifurkationszerreissung die Bifurkation mittels eines Muskellappens rekonstruiert wurde. 5 Patienten wurden im Verlauf tracheotomiert, ein Patient ösophagektomiert. Die Krankenhausmortalität betrug 9% (1/11).

Schlussfolgerung: Schwerste Verletzungen des Tracheobronchialbaumes sind selten und meist Teil einer komplexen Verletzung. Diskontinuitätsverletzungen erfordern eine sofortige Rekonstruktion. Die operative Therapie umfasst broncho- und tracheoplastische Eingriffe über cervicale, transsternale oder transthorakale Zugänge, wobei die Anastomosen aufgrund der zu erwartenden Beatmungstherapie mit vitalem Gewebe gedeckt werden sollten. Die Prognose nach suffizienter operativer Versorgung ist gut.