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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Erhöhte Apoptosereate in humanen Bandscheiben nach Wirbelkörperfraktur bedingt durch Herabregulation von Bcl-2

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Hellmuth - Wiederherstellungschirurgie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
  • C. Heyde - Wiederherstellungschirurgie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
  • W. Ertel - Wiederherstellungschirurgie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
  • A. Oberholzer - Wiederherstellungschirurgie, Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4999

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch380.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hellmuth et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Frakturen der Wirbelsäule und die daraus resultierenden körperlichen Beeinträchtigungen stellen eine zunehmende Herausforderung als Orthopädisches- wie auch Sozio-Ökonomisches-Problem dar. Die Art der Behandlung von geschädigten Bandscheiben ist weitgehend umstritten. Durch Trauma verletzte Bandscheiben durchlaufen meist sekundär Veränderungen, die zu einer degenerativen Bandscheibe führen. In klinischen und tierexperimentellen Studien wurden beim Krankheitsbild der degenerativen Bandscheibe pathologische Hinweise auf Apoptose festgestellt. Daher untersuchten wir die Rolle der Apoptose in traumatisierten humanen Bandscheiben.

Material und Methoden: Bandscheibengewebe wurde von Patienten untersucht, welche eine dorsale und ventrale Stabilisierung ihres Lendenwirbelbruches (n=15) und Thorakalwirbelbruches (n=20) erhalten haben. Als Kontrolle dienten Bandscheiben von Patienten bei denen eine metastatisch bedingte Fusion der Lendenwirbelkörper durchgeführt werden musste (n=3). Aus dem Gewebe wurde mittels einer Phenol-Chloroformextraktion mRNA gewonnen. Nach anschließender cDNA Synthese wurde die Expression von den an der Apoptose beteiligten Faktoren Bax und Bcl-2 mittels RT-PCR untersucht. Aus einem anderen Teil des Gewebes wurden mittels Lyse Proteine gewonnen. Diese wurden mit Hilfe von Kaspase-Assays auf die Aktivität der Kaspase-3 und -7 untersucht. Mit Hilfe der TUNEL/Dapi-Färbung wurde die Anzahl der apoptotischen Zellen ermittelt.

Ergebnisse: Die mRNA-Expression des anti-apoptotischen Bcl-2 ist bei den traumatisch bedingten Bandscheibenvorfällen gegenüber den Kontrollen signifikant herabreguliert, während das apoptotisch wirkende Bax heraufreguliert ist. In allen traumatisch bedingten Bandscheibenverletzungen ist die Aktivität von Kaspase-3/-7 im Vergleich zur Kontrolle signifikant erhöht (Siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Werte sind dargestellt als Mittelwerte ± SEM; *P<0,05 Trauma verus Kontrolle, Mann Whitney Rank Sum test. RFI: Relative Fluorescence Intensity. Bei der TUNEL/Dapi-Färbung sind eindeutig apoptotische Chondrozyten zu erkennen.

Schlussfolgerung: Im Rahmen dieser Studie konnte erstmals nachgewiesen werden, dass die Chondrozyten im Bandscheibengewebe nach traumatischen Einwirkungen apoptotisch werden. Dabei spielt offenbar der mitochondriale Signalweg über Bax/Bcl-2 eine entscheidende Rolle. Nach der derzeitigen Datenlage ist also die Entfernung der beschädigten Bandscheibe erforderlich da eine Regeneration ausgeschlossen ist.