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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Reduktion der Tumorzelladhäsion auf humanen Mesothelzellen (HOMC) durch Phospholipide in vitro

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Jansen - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • J. Otto - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • T. Kirtil - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • P. Lynen-Jansen - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • S. Neuss - Institut für Pathologie, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • K.-H. Treutner - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen
  • V. Schumpelick - Chirurgische Klinik, Universitätsklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4761

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch342.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Jansen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die vorwiegend über Integrine vermittelte Adhäsion der Tumorzellen an Mesothelzellen stellt einen wesentlichen Schritt in der Ausbildung einer Peritonealkarzinose dar. Intraperitoneal applizierte Phospholipide führen zu einer signifikanten Reduktion einer Peritonealkarzinose im Tierversuch. Im vorliegenden Experiment sollte der Einfluss auf die Adhäsion von humanen Tumorzellen der Zelllinien NUGC4 (Magenkarzinom) und HRT-18 (Rektumkarzinom) auf humane Mesothelzellen (HOMC) in vitro untersucht werden.

Material und Methoden: Mesothelzellen wurden aus frischem, intraoperativ entnommenem Omentum isoliert, das maximal 6-8 Stunden nach operativer Entnahme verarbeitet wurde. Nach Zellisolation mit 0,05%-iger Trypsinlösung im Schüttelwasserbad wird die entstandene Zellsuspension in vorgewärmten, Gelatine beschichteten T75-Gewebekulturflaschen ausgesät und im Brutschrank bei 37 Grad Celsius, 5% CO² und 10% O² bebrütet. In Vorversuchen wurde die optimale Tumorzellzahl ermittelt. Im Versuchsansatz wurden dann 120.000 NUGC-4 Zellen/100µl/Well und 100.000 HRT-18 Zellen/100µl/Well auf die Mesothelzellen gegeben.Nach Anfärben der Tumorzellen mit dem Cell Tracker CM-Dil und Vorbehandlung mit verschiedenen Phospholipidkonzentrationen (0,05-1%) erfolgte die Inkubation auf der Mesothelzellmomolayerkultur über 90 Minuten. Abschließend wurden die Wells gespült und die Anzahl der adhärenten Tumorzellen mittels fluoreszenzmikroskopischer Analyse bei 530 nm und 620 nm bestimmt.

Ergebnisse: Bereits geringe Konzentrationen der Phospholipide (PL 0,5%) führten bei beiden Tumorzelllinien zu einer signifikanten Reduktion der Tumorzelladhäsion auf HOMC in vitro. Die Zellzahl verringerte sich von 234 ± 12/mm² in der Kontrolle auf 124 ± 41/mm² (PL 0,5) bei NUGC-4 Zellen und entsprechend von 295 ± 49/mm² (Kontrolle) auf 169 ± 29 /mm² bei HRT-18 Zellen.Die kompletten Daten werden in Tabelle 1 [Tab. 1] dargestellt.

Schlussfolgerung: Die vorliegenden Ergebnisse zeigen vor dem Hintergrund zusätzlicher Tierexperimente in Nacktmäusen und Ratten, dass Phospholipide die Tumorzelladhäsion auf Mesothelzellen und damit die Inzidenz einer Peritonealkarzinose reduzieren können. Lipidemulsionen könnten eine hilfreiche Prävention bei der Behandlung gastrointestinaler Karzinome darstellen.