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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

TGF-β-1 determiniert das Wachstum von NRK-49F Fibroblasten - Ein in-vitro-Vergleich von heavy- und light meshes

Meeting Abstract

  • corresponding author D. Weyhe - Chirurgische Klinik St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • F. Schmitz - Labor für molekulare Gastroenterologie, Med Klinik I, St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • O. Belyaev - Chirurgische Klinik St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • K. Mros - Labor für molekulare Gastroenterologie, Med Klinik I, St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • CH. Mueller - Chirurgische Klinik St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • W. Schmidt - Labor für molekulare Gastroenterologie, Med Klinik I, St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum
  • W. Uhl - Chirurgische Klinik St.-Josef- Hospital, Ruhr- Universität Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4640

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch299.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Weyhe et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tierexperimentelle Studien zeigen eine bessere Biokompatibilität für in der Hernienchirurgie gebräuchliche gewichtsreduzierte und oberflächenbeschichtete Polypropylenimplantate. Unklar ist, inwiefern die Wundheilung durch diese Gewichtsreduktion beeinflusst wird. Transforming growth factor – beta stimuliert die Produktion der extrazellulären Matrix und ist bedeutsamer Induktor einer regelhaften Wundheilung und reguliert die Gewebehomeostase. Die vorliegende Studie beschreibt die biologische Toleranz von Fibroblasten auf verschiedene Polypropylennetzvarianten.

Material und Methoden: In einer Zeitkinetik von 6h- 96h wurden verschiedenen Meshvarianten (Atrium®,Marlex®,Timesh®,VyproII®,Vicryl®) zusammen mit NRK 49F Rattenfibroblastenkulturen inkubiert. Eine netzfreie Zellkultur diente als Kontrollgruppe, nachdem der Einfluß von TGF-ß1 auf die Zellproliferation ermittelt wurde. Innerhalb der Zeitkinetik wurden TGF-ß1 Spiegel im Suspensionsüberstand gemessen und die Zellproliferation mittels MTT- Test quantifiziert. Eine meshbedingte Apoptoseinduktion wurde durch Nukleosomen-Quantifizierungs-ELISA ermittelt.

Ergebnisse: Ergebnisse Die Zellproliferation wird in vitro durch TGF-ß1 dosisabhängig gehemmt. Alle Netze führen zu einer Suppression der TGF-ß1 Sekretion der Fibroblasten. Dieser Effekt ist besonders stark bei Netzen mit resorbierbaren Bestandteilen ausgeprägt. Durch fehlende TGF-ß1 Regulation zeigt sich im Vergleich zur Kontrolle und den heavy- meshes (Atrium®, Marlex®) eine verstärkte Zellproliferation bei Vorliegen von Polyglactinsäure (Vypro II®, Vicryl®) (p<0.001). Dieser Effekt ist TGF-ß1 abhängig und nicht durch einen apoptosebedingten, hohen Zellturnover erklärbar.

Schlussfolgerung: Die Annahme, daß immunologische Zellwachstumsregulationen gewichtsabhängig verlaufen, lassen sich in- vitro nicht bestätigen. Die biologischen Reaktionen sind abhängig von der Materialzusammensetzung der Netze und nicht vom Gewicht.