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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die obere GI-Blutung im hohen Lebensalter als Schnittstelle zwischen Chirurgie und interventioneller Radiologie?

Meeting Abstract

  • corresponding author I. Kobarg - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • S. Langer - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • I. Partecke - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • A. Stier - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
  • C.D. Heidecke - Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5377

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch256.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Kobarg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die nichtvariköse Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt ist eine häufige, vital bedrohliche Situation in der Notaufnahme und eine interdisziplinäre Herausforderung. Wir berichten über 21 Patienten mit endoskopisch nicht beherrschbarer, nichtvariköser oberer GI-Blutung und diskutieren die Indikation zur primär operativen Versorgung versus radiologisch-interventioneller Therapie.

Material und Methoden: 21 Patienten mit endoskopisch nicht beherrschbarer, nichtvariköser oberer GI-Blutung wurden in 5 ½ Jahren (aus dem Zeitraum 1/2000 bis 7/2005) primären operiert oder primär radiologisch-interventionell therapiert. Es erfolgte eine retrospektive Auswertung bezüglich Alter, Geschlecht, Komorbiditäten, vor bestehender Medikation, klinischer Situation, sowie technischem und klinischem Erfolg.

Ergebnisse: 12 Patienten (57%) wurden nach frustraner endoskopischer Intervention primär operiert. Davon wurden 9 Patienten (43%) umgehend einer radiologisch-interventionellen Therapie zugeführt. Die Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich mittlerem Lebensalter (71a vs. 69a), Geschlecht (männlich in 66,7% vs. 77,8%), Anzahl der Komorbiditäten / Patient (2,4 vs. 2,7), mittlerem Hb-Wert bei Aufnahme (5,3 vs. 5,5), Schocksymptomatik mit Katecholamin- oder Plasmaexpanderbedarf. In der Gruppe der primär operierten Patienten fanden sich weniger kardiale (66,7% vs. 77,8%), pulmonale (16,7% vs. 33,3%) oder hepatische (8,3% vs. 11,1%) Begleiterkrankungen.Der Anteil der malignen Begleiterkrankungen war geringer (8,33% vs. 22,2%). Es lag seltener eine Medikation mit Antikoagulatien bzw. NSAR (25% vs. 55,6%) vor. Bei 11 von 12 Patienten (91,7%) war vor der primären Operation die Blutungsquelle bekannt, dieses war vor primärer Intervention nur bei 7 von 9 Patienten (77,8%)der Fall.Die Anzahl der Reinterventionen nach Operation war seltener (25% vs. 33,4%) und die Letalität (16,7% vs. 33,3%) geringer.

Schlussfolgerung: Nichtvariköse, endoskopisch nicht beherrschbare obere GI-Blutungen gehen beim älteren Patienten mit einer hohen Letalität einher und stellen eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Wir betrachten die primäre Operation als Therapie der Wahl. Stellt diese jedoch ein zu großes Risiko für den komorbiden älteren Patienten dar, sehen wir hier im radiologisch-interventionellen Vorgehen eine sinnvolle Therapieoption.