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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Veränderungen des Restmagens nach Magen-Bypass-Operationen wegen morbider Adipositas

Meeting Abstract

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  • I. Pomhoff - Chirurgische Klinik, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland
  • M. Schramm - Chirurgische Klinik, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland
  • W.K. Karcz - Chirurgische Klinik, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland
  • corresponding author R.A. Weiner - Chirurgische Klinik, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5082

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch244.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Pomhoff et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mit der ständig zunehmenden Fallzahl von Magenbypassoperationen in der Adipositaschirurgie stellt sich mit Recht die Frage nach den histologischen und funktionalen Veränderungen im Restmagen. Ein Nachteil der Methode ist die fehlende Möglichkeit einfach per Gastroskopie den Restmagen zu spiegeln. In den USA wurden aufgrund dieser Tatsache Versuche der retrograden Spiegelung des Restmagens vorgenommen. Aufgrund des großen Aufwandes mit Spezialendoskopen erscheint dieses Verfahren nicht regelhaft einsetzbar. Als alternative Methode zum Magenbypass mit kompletter Durchtrennung der Kontinuität wurde in unserer Klinik seit 2001 der so genannte „Banded-Bypass“ durchgeführt, der eine Restmagenbeurteilung erlaubt. Durch eine gezielte Nachuntersuchung sollen die Veränderungen des Restmagens dokumentiert werden.

Material und Methoden: Die Magenstraße wurde durch ein steuerbares Magenband verschlossen, so daß nach Entblockung des Bandes eine gastroskopische Untersuchung jederzeit möglich wird. Zur Nachuntersuchung wurden per follow- up über einen Zeitraum von 4 Jahren hinsichtlich Spätkomplikationen sowie des Gewichtsverlustes, einer gastroskopischen Untersuchung und der Lebensqualität 32 der insgesamt 37 Patienten nachuntersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 4 Patienten in einen klassischen Roux-en-Y-Magenbypass umgewandelt. In zwei Fällen war es zu einer Migration des Bandes (je eine Migration in den Magen und das Jejunum) gekommen. Bei einem Patienten war es nach Aspirin-Einnahme zu einer Dünndarmperforation gekommen, die ohne Veränderung der Bypass-Form durch eine Übernähung behandelt wurde. Eine Pouchgastritis wurde in 6 Fällen sowie ein Anastomosenulkus bei einer Patientin gefunden. Im Rahmen der Restmagenspiegelung nach Ebtblockung des magenbandes zeigten sich außer einer leichten Antrumgastritis in 6 Fällen keine Ulzerationen im Magen und Duodenum. Lediglich 1 Patient war Helicobacter-pylori-positiv und es zeigten sich keine pathologische Veränderung in den Probeentnahmen aus den Restmagen, insbesondere keine Dysplasien oder präkanzerösen Veränderungen.

Schlussfolgerung: Die Kombination von Magenband und Magenbypass hat sich durch die Kombination von Komplikationsmöglichkeiten beider Verfahren nicht als Standardverfahren durchsetzen können. Die gastroskopischen Nachuntersuchungen nach Entblockung des Bandes hat keine pathologischen Veränderungen des Magens ergeben. Weder eine bakterielle Überwucherung des Restmagens noch eine Schleimhautatrophie konnte nachgewiesen werden. Die Durchtrennung der magenkontinuität beim Magenbypass zur Behandlung der krankhaften Adipositas erscheint in den mittelfristigen Untersuchungsintervallen nicht als Risiko für eine maligne Entartung im Restmagen zu sprechen.