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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die laparoskopische Hemisplenektomie zum Milzerhalt bei multiplen Rezidiven dysonthogenetischer Milzcysten

Meeting Abstract

  • corresponding author K. Schaarschmidt - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • A. Kolberg-Schwerdt - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • M. Lempe - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • I. Hayek - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • U. Jaeschke - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch
  • M. Hüging - Kinderchirurgische Helios Klinik, Berlin-Buch

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4861

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch160.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Schaarschmidt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Dysonthogenetische Milzzysten wachsen bis sie sonographisch entdeckt werden oder durch Schmerz- und Verdrängungssymptome Beschwerden verursachen, meist ab einer Größe >5 cm . Das laparoskopische deroofing ebenso wie die Netzplombe mit omentum majus ist einfach aber rezidivträchtig. Beim Rezidiv sollte zur Verhinderung eines OPSI-Snydroms erneut ein Milzerhalt angestrebt werden.

Material und Methoden: Methodik: 6/1996-6/2005 wurden in Berlin-Buch/WWU-Münster 12 dysonthognetische Milzcysten von 4,5-15 cm bei 9 Kindern und Jugendlichen (3 männlich, 6 weiblich) von 10,9 ± 7,1 Jahren (3,3-19 J) laparoskopisch behandelt. Rezidivträchtig sind große zentrale Milzzysten, die sich zwischen den Hilusgefäßen ausspannen. Bei einem eigenen Fall mit 4 Milzcysten und zwei auswärtigen Fällen wurden nach ein bis vier laparoskopischen Abtragungen bzw. 2 Netzplombierungen 3 Rezidivcysten nach 3-41 Monaten durch eine laparoskopische Hemisplenektomie in toto entfernt. Nach superselektiver Skelettierung des Milzhilus wird die Milz in einem Sicherheitsabstand von 1 cm mit Ultraschallmesser durchtrennt und mit Argonbeamer versiegelt, ein Verfahren das sich auch bei 39 hämolytischen Anämien bewährt hat.

Ergebnisse: In einem frühen Fall war eine Relaparoskopie zu Stillung einer Nachblutung aus dem Schnittrand erforderlich. Unter 3 monatiger Ultraschallkontrolle ist nach 8-33 Monaten kein weiteres Rezidiv mehr aufgetreten, alle Milzreste waren dopplersonographisch und szintigraphisch zuverlässig durchblutetet. Das Blutbild zeigte keine Howell Jolly bodies.

Schlussfolgerung: Die laparoskopische Hemisplenektomie ist besonders beim mehrfach voroperierten Kind ein technisch anspruchsvolles aber in erfahrenen Händen sicheres Verfahren zur minimal invasiven Behandlung der seltenen Milzcystenrezidive. Wegen des Nachblutungsrisikos ist aber engmaschig perioperative Überwachung sinnvoll.