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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Laparoskopische Fluoreszenz Diagnostik (LFD) peritonealer Metastasen vom humanen Hepatoblastom (HuH6) in der Nacktratte

Meeting Abstract

  • corresponding author H. Till - The Chinese University of Hong Kong
  • F. Bergmann - Ludwig-Maximilians-Universität München
  • R. Metzger - Ludwig-Maximilians-Universität München
  • H. Stepp - Ludwig-Maximilians-Universität München
  • D. Von Schweinitz - Ludwig-Maximilians-Universität München
  • R.L. Prosst - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4549

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch156.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Till et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mit der Einführung von gut verträglichen Photosensitizern wie 5-Aminolävulinsäure (ALA) hat die Fluoreszenz Diagnostik (FD) in zahlreichen medizinischen Bereichen an neuer Bedeutung zur Detektion von Malignomen gewonnen. Die Technik beruht auf der spezifischen biochemischen Eigenheit des Tumors, ALA in den photoaktiven Metaboliten Protoporphyrin IX (PpIX)umzuwandeln. Durch Aktivierung mit blauem Licht (375 to 440 nm) leuchtet das Tumorgewebe rot(635 nm). Die Applikation von ALA ist einfach (topisch, intravenös) und die entsprechenden Detektionssysteme können in die meisten endoskopischen oder laparoskopischen Intrumenten inkorporiert werden. Bis heute ist weitgehend unbekannt, ob solide Tumoren des Kindes durch laparoskopische FD (LFD) nachgewiesen werden können.

Material und Methoden: Schritt 1 (in-vitro Fluoreszenz Bestimmungen): Humane Hepatoblastomzellen (HuH6) wurden in RPMI-1640 medium (10% FCS, 37°C, 5% CO2) kultiviert und mit ALA (3%) inkubiert. Fibroblasten dienten als Kontrollzellen. Mittels Fluoreszenz Mikroskopie wurde die Photoaktivität ermittelt. Schritt 2 (in-vivo Metastaseninduktion): Depots einer HuH6-Zellsuspension (1ml mit 3x106) wurde unter laparoskopischer Kontrolle (4mm Optik) unter das Peritoneum (18G needle) von 7 Nacktratten gespritzt (mittl. Gewicht 198g). Tumorwachstum wurde für 7 Wochen abgewartet. Schritt 3 (in vivo LFD): Photosensibilisierung für 3 Stunden (peritoneale Lavage mit ALA (4ml, 3%). Anschliessend wurden alle Tiere laparoskopisch im Wechsel von konventionellem Weisslicht (WL) und Blaulicht (FD, Storz PDD-system) untersucht. Suspekte Läsionen wurden markiert, nach Laparotomie spektrometriert (SM) und zur histologischen Diagnostik exzidiert.

Ergebnisse: Schritt 1: HuH6-Zellen zeigten eine PpIX-spezische Fluoreszenz bei 635 nm. Schritt 2+3: Jede suspekte Läsion im WL zeigte eine Illumination im FD-mode. Besonders eine Mikrometastase, die im WL beinahe unsichtbar war, konnte im FD gut diskriminiert werden (video). SM der exzidierten Tumoren errechnete eine 6,34 fach erhöhte Intensität bei 635 nm. In allen Proben wurden Hepatoblastomanteile nachgewiesen.

Schlussfolgerung: Die vorliegenden Experimente zeigen, dass Metastasen vom humanen Hepatoblastom (HuH6) durch ALA-induzierte Fluoreszenz Laparoskopie nachgewiesen werden können. Betrachtet man den Stellenwert der ALA-FD in anderen medizinischen Bereichen, so sollten diese Ergebnisse Anlass für weitere experimentelle Untersuchungen sein, um den Wert der Methode auch für die kinderchirurgische Onkologie zu prüfen.