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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Ist die chirurgische Resektion von Pankreasmetastasen eines Nierenzellcarcinoms gerechtfertigt?

Meeting Abstract

  • corresponding author S. Franzen - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Krankenhaus d. Barmherzigen Brüder, Nordallee 1, D-54292 Trier
  • D. Ockert - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Krankenhaus d. Barmherzigen Brüder, Nordallee 1, D-54292 Trier
  • C. Schneider - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Krankenhaus d. Barmherzigen Brüder, Nordallee 1, D-54292 Trier
  • H. Kirchen - I. Medizinische Klinik, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Nordallee 1, D-54292 Trier

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5444

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch101.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Franzen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Pankreas ist ein seltener Ort der Manifestation von Fremdmetastasen. Beim Nierenzellcarcinom sind Pankreasspätmetastasen nach vorausgegangener Nephrektomie beschrieben.

Material und Methoden: In der Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wurden im Zeitraum von 3/92 bis 2/05 insgesamt 6 Patienten mit Pankreasmetastasen eines Nierenzellcarcinoms behandelt. Es handelte sich dabei um 4 Frauen und 2 Männer im mittleren Alter von 66 Jahren (58 bis 72). Die Patienten wurden einem Langzeit-Tumor-Nachsorge-Programm zugeführt.

Ergebnisse: Von diesen 6 Patienten waren bei Diagnosestellung der Pankreasmetastasierung 2 Patienten aufgrund einer diffusen Mehrorganmetastasierung inoperabel und wurden einer konservativen Palliation zugeführt. Sie verstarben beide 2 Jahre nach der Diagnosesicherung der diffusen Metastasierung. Die 4 Patienten mit singulärer Pankreasmetastasierung wurden operiert. Davon erhielten 2 Patienten eine Pankreaslinksresektion, 1 Patient wurde mittels einer Duodenum erhaltenden Pankreaskopfresektion therapiert und bei 1 Patienten führten wir eine Pylorus erhaltende Pankreaskopfresektion durch. Bei 2 der operierten Patienten erfolgten repetitive Resektionen sowie eine Nebennierenresektion wegen erneuter Metastasierung des primären Nierenzellcarcinoms. Zwischen Erstdiagnose des Nierenzellcarcinoms und Diagnosestellung der Metastasierung lagen im Mittel 7 Jahre. Bei den beiden Patienten mit einer diffusen Metastasierung betrug dieser Zeitraum 2 Jahre. Bei den Patienten mit einer metachronen Einzelorganmetastasierung lag dieser Zeitraum bei 9,5 Jahren (Minimum 4, Maximum 13 Jahre). Im weiteren Verlauf verstarben 2 der operierten Patienten nach einem Zeitraum von 6 Jahren bzw. 12 Jahren nach der ersten Metastasenoperation. Die anderen beiden Patienten leben heute noch ohne klinischen Nachweis von Tumor oder Metastasen, 5 Jahre bzw. 6 Monate nach der ersten Pancreasresektion der Pankreasmetastase.

Schlussfolgerung: Beim Nierenzellcarcinom ist aufgrund der bekannten Spätmetastasierungstendenz eine langfristige Nachsorge dringend erforderlich. Besonders Patienten mit singulären Spätmetastasen im Pankreas profitieren von einer Resektion. Auch bei Metastasenrezidiven im Pankreas ist eine Nachresektion sinnvoll. Zum Ausschluss einer diffusen Metastasierung ist ein ausgedehntes präoperatives Staging vor chirurgischer Intervention die Voraussetzung für den klinischen Erfolg.